Kindern das Schwimmen beibringen – Tipps & Tricks

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Mutter und Kind üben schwimmen
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Jedes Kind besitzt die Fähigkeit zu schwimmen. Deswegen lässt sich Schwimmen nicht erlernen – es braucht nur einen sicheren Raum, in dem sich das Kind in eigener Weise entfalten kann.

Die Fähigkeit ruht im Inneren

Schwimmen ist eine angeborene Fähigkeit und wenn Erwachsene in der Lage sind, ein angstfreies Umfeld zu schaffen, wird jedes Kind Freude am Schwimmen haben. Da diese Fähigkeit aus dem eigenen Inneren kommt, braucht es keine Tricks oder Anleitungen. Das Kind selbst wird zeigen, was es braucht, um die Entscheidung treffen zu können, dem Wasser zu vertrauen. Denn Schwimmen ist mehr, als Sprünge zu absolvieren oder Bahnen in verschiedenen Schwimmtechniken zu bewältigen. Schwimmen lernen bedeutet auch, ein neues Naturelement zu beherrschen. Dafür sind folgende Faktoren ausschlaggebend:

  • Vertrauen in die Umgebung
  • Vertrauen in die begleitenden Menschen
  • Sicherheit, sich fallen lassen zu können
  • eigene Entscheidung, handeln zu wollen

Hat ein Kind kein Vertrauen in seine Umgebung oder die ihn begleitenden Menschen, braucht es mehr Zeit, um seiner eigenen Schwimmfähigkeit zu vertrauen. Gerade sensible Kinder reagieren auf Druck und hohe Erwartungen mit innerem Rückzug und bauen verstärkt Ängste auf. Vielen Kindern ist die Situation im Schwimmunterricht unangenehm. Hier gibt es Anweisungen, denen die gesamte Klasse nachzukommen hat, obwohl viele Kinder gerne alleine üben würden.

Durch die Gruppe entsteht Leistungsdruck, es genauso schnell wie die anderen schaffen zu müssen. Ist der Verstand jedoch mit dem Vergleichen beschäftigt, fehlt die Konzentration auf die eigene Kraft.

Neues erfordert das Überwinden von Grenzen

Wer Kindern das Schwimmen beibringen möchte, braucht Geduld und Einfühlungsvermögen. Der Rest geschieht von allein. Kinder brauchen dafür eine entspannte Umgebung, in der es keine Hektik gibt. Tauchen Ängste und Unsicherheiten auf, müssen Erwachsene dem Kind Zeit geben, diese aussprechen und durchleben zu können. Eine Fähigkeit erstmals auszudrücken, sollte immer eine positive Erfahrung sein. Das Kind sollte selbst bestimmen dürfen, welche Hilfsmittel es verwenden darf und wie lange es diese benutzen möchte. Eigenverantwortlichkeit baut immer ein Gefühl auf, die Dinge im Griff zu haben. Dadurch entsteht Vertrauen in sich selbst, was die Grundlage jeder Entscheidung ist.

Mädchen Ratgeber
Kinder, die entsprechend ihrer Bedürfnisse das Schwimmen erlernen, kommen daher viel schneller ans Ziel als Kinder, die unter Anspannung, Druck und den Vorstellungen Erwachsener üben müssen.

Nicht fordern, sondern das perfekte Umfeld schaffen

Da der Schwimmunterricht im Grundschulalter Pflicht ist, sollten Kinder in einer ruhigen Umgebung ohne Leistungsdruck frühzeitig mit dem Schwimmen vertraut gemacht werden. Einzelunterricht in einer Schwimmschule bietet ein entspannteres Umfeld als die Schule, in dem individuell auf das Kind eingegangen werden kann. Nach erfolgreichen Schwimmversuchen kann das Kind die Prüfung für das Schwimmabzeichen ablegen und im Schwimmunterricht der Schule seine Fähigkeiten angstfrei anwenden. Aber es geht auch ohne fremde Hilfe. Eltern genießen das natürliche Vertrauen des Kindes. Wenn jede Erwartungshaltung reduziert wird, reicht es schon aus, das Kind im Wasser waagerecht auf den eigenen Händen ohne Bewegungen zu halten, sodass es Kontakt aufnehmen und zum richtigen Zeitpunkt die Entscheidung treffen kann, dem Element zu vertrauen.

Video: Schwimmen lernen leicht gemacht

Erst Vertrauen, dann die Handlung

Handeln entspringt der Stille. Kinder müssen auf ihre Weise den ersten Kontakt mit dem Wasser aufnehmen dürfen. Manchmal sitzen sie still am Rand und lassen die Füße baumeln oder sie möchten auf dem Arm eines Erwachsenen ins Wasser gehen und dort stehenbleiben. Zuerst muss die Erfahrung kommen, dass Wasser nichts Unangenehmes tut. Dafür braucht es Momente der Stille und der Zeit. In der Weise, wie das Kind es braucht. Ist dieses Gefühl entstanden, kann das Kind handeln und wird sich immer mehr zutrauen. Die Bereitschaft zu schwimmen, darf nicht von der Außenwelt erzwungen werden. Sie muss vom Kind selbst kommen. Dann braucht es keine Tricks, denn Schwimmen ist eine natürliche Fähigkeit des Menschen.

Titelbild: ©iStock – evgenyatamanenko

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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