Für Kinder ein Sparbuch anlegen ist immer noch eine gute Idee

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Mädchen füllt Sparschwein
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In einem Sparbuch werden private Einlagen dokumentiert, die auf einem Sparkonto bei der Bank eingezahlt werden. Wie bei einem Girokonto kann Geld eingezahlt werden, allerdings wird das Geld nicht zur Deckung der monatlichen Verbindlichkeiten genutzt. Dafür gibt es das Girokonto.
Im Sparbuch werden alle Ein- und Auszahlungen festgehalten. Diese Eintragungen müssen am Bankschalter vorgenommen werden.

Grundsätzliches zum Sparbuch

Im Gegensatz zu Sparbriefen und Festgeldkonten darf über das Guthaben jederzeit verfügt werden.

Allerdings kann man sich pro Monat bei den meisten Banken maximal 2000 Euro auszahlen lassen. Wer mehr abheben möchte, muss das Konto auflösen oder bis zum nächsten Monat warten.

Sparbücher sind teilweise aus der Mode gekommen. Zumindest die jüngere Generation legt Wert auf Finanzinstrumente, die eine höhere Rendite bei flexiblen Laufzeiten bringen.

Sparbücher können da nicht mithalten, weil auf das Ersparte kaum Zinsen gezahlt werden. Im Gegenteil – wer sein Guthaben über Jahre hinweg auf dem Konto stehenlässt, wird die Erfahrung machen, dass sich das Geld vermindert.

Das kommt daher, dass der Wert der Inflation höher als der Zinssatz ist. Das heißt, die minimalen Zinsen werden durch die Inflation (Wertverlust des Geldes) aufgebraucht und zusätzlich wird das Guthaben angegriffen, weil die Zinsen den Inflationswert nicht ausgleichen können. Spannende Infografiken bei Weltsparen zeigen die Rentabilität von Sparkonten nach Abzug der Inflation.

Auch interessant: So lernen Kinder den Umgang mit Geld

Warum dann ein Sparbuch?

Wenn das Sparbuch ein Verlustgeschäft ist, warum dann auf diese Form des Sparens zurückgreifen? Beispielsweise ist auf Sparbüchern eingezahltes Geld sicher.

Sollte die Bank Insolvenz anmelden, ist das Guthaben bis zu einer Summe vom 100.000 Euro gedeckt und wird ausbezahlt.

Höhere Geldsummen sollten sich nicht auf dem Konto befinden. Die meisten Sparbücher verursachen auch keine Gebühren wie Girokonten und das Geld ist schnell verfügbar. Außerdem eignet sich ein Sparbuch perfekt für Kinder.

Die meisten Kinder verfügen in den ersten zehn Lebensjahren über kein eigenes Geld. Gerade in dieser Zeit werden jedoch Überzeugungen in Bezug auf Geld entwickelt, die das spätere Leben entscheidend beeinflussen.

Selbst ein kleines Taschengeld hilft, den Gedanken zu verankern, im Besitz von Geld zu sein. Für Kinder eignen sich Sparbücher, um einen gewünschten Betrag anzusparen oder das Taschen- und Geburtstagsgeld festzulegen.

Wird das Geld im Sparschwein gesammelt, ist die Versuchung groß, sich jederzeit am Inhalt zu bedienen. Legen Eltern oder Verwandte das Sparbuch an und tragen das Kind mit seinem Wissen als Inhaber ein, steht ausschließlich dem Kind das Geld zu.

Im Einzelfall kann entschieden werden, dass auch Angehörige abheben dürfen. Aber nur, wenn das Geld für das Kindeswohl verwendet wird. Das bedeutet, dass das eingezahlte Geld auch wirklich dem Kind zusteht.

Lesen: Erstes Girokonto fürs Kind – Das sollte man beachten

Mädchen Ratgeber

Für Kinder ein Plus

Ist das Kind minderjährig, muss das Sparbuch von einer volljährigen Person eröffnet werden. Wird das Kind als Besitzer des Sparbuches eingetragen, gehören ihm alle eingezahlten Beträge.

Es gilt allerdings auch der Grundsatz, dass die Person, die das Sparbuch bei der Bank vorlegt, das Geld ausgezahlt bekommt. Das kann zu einem Problem führen, wenn das Kind nicht namentlich im Sparbuch eingetragen wurde.

Für Eltern gilt, dass sie kein Sparbuch anlegen, Geld einzahlen und das Konto wieder kündigen können, wenn sie das Geld für Anschaffungen brauchen.

Durch den namentlichen Eintrag gehört das eingezahlte Geld dem Inhaber des Sparbuches. Das Kind kann sogar vor Gericht klagen, wenn das Sparbuch durch die Eltern wieder aufgelöst wurde.

Damit ist das Sparbuch eine sichere Anlage für Kinder, wenn die Familie und Verwandten Geld für den Nachwuchs sparen wollen. Das Kind darf mit seiner Volljährigkeit alleine über das Geld verfügen.

Es kann über Jahre hinweg die Erfahrung machen, wie sich das Konto füllt und langfristig für größere Ziele sparen. Je früher Kinder mit Geldanlagen und deren Verwaltung in Kontakt kommen, desto einfacher fällt es ihnen im späteren Leben.

Titelbild: ©iStock – macniak

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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