„Ich mag die Schule nicht“ – So machen Sie die Schule erträglicher

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Manchmal ist es einfach ganz vertrackt: Da wollen Kinder und Jugendliche nicht in die Schule gehen. Da kommen viele unangenehme Sachen zusammen. Frühes Aufstehen, ungeliebte Klassenkameraden und -kameradinnen, verhasste Lehrkräfte und uninteressanter oder zu schwerer Schulstoff sind zusammen schon eine ganze Menge. Klar, Schulpflicht besteht trotzdem. Daher sollte es selbstverständlich sein, die bestehenden Probleme anzugehen.

Ein offenes Ohr für Probleme und Problemchen

Wenn Kinder nicht in die Schule gehen wollen, hat das Gründe. Kein Kind nörgelt nur so aus Faulheit oder zum Spaß, dass die Schule unerträglich sei. Wer also jemanden beim Schwänzen erwischt, Beschwerden zu hören bekommt oder gar von Lehrkräften einbestellt wird, sollte zuerst einmal gut zuhören:

Warum mag das Kind die Schule gerade nicht? Ist etwas vorgefallen, oder hält der Zustand schon länger an? Manchmal stecken ernste Probleme wie Mobbing, Über- oder Unterforderung, Probleme mit bestimmten Lehrkräften oder einfach nur Schwächen in einzelnen Fächern dahinter. Das sind Dinge, die angegangen werden können und auch auf jeden Fall angegangen werden sollten.

Video: Kein Bock auf Schule? Ein Motivationsvideo

Hier gibt es Hilfe bei ernsten Schwierigkeiten

Die erste Anlaufstelle bei schulischer Unlust ist also immer das eigene Kind. Gespräche in ruhiger, vertrauensvoller Atmosphäre und unter Respektieren der Privatsphäre helfen oft schon, um der Sache auf den Grund zu gehen. Absolut tabu sind aber Vertrauensbrüche wie das heimliche Durchsuchen der Schultasche, das Stöbern im Handy oder im Computer des Nachwuchses.

Ein Gespräch mit Klassenlehrer/-in und Fachlehrkräften kann, abhängig von der Art der Problematik, auch Licht in die Sache bringen. Aber oft ist Hilfe von außerhalb nötig. Heilpädagogische Einrichtungen können erste Hilfe bieten und weiterverweisen. Andere sinnvolle Anlaufstellen sind:

  • schulpsychologische Beratungsstellen
  • Kinderpsychologen und -psychologinnen
  • Ergotherapeuten und -therapeutinnen
  • Nachhilfeinstitute und -lehrkräfte
  • Sozialarbeiter/-innen
  • Mediatoren/-innen

Abhängig davon, was genau das Problem ist, sollte die Anlaufstelle natürlich sorgfältig gewählt werden. Bei der Suche unterstützen Jugendamt und schulpsychologische Beratungsstellen.

Erste Hilfe zu Hause

Das wichtigste, was Eltern machen können, ist, das Kind zu unterstützen. Wer Schwänzen erlaubt, unterstützt das Kind aber nicht, sondern ermöglicht Flucht – das ist eher kontraproduktiv. Die Schule wird manchmal schon erträglicher, wenn der Schulweg mit Freunden und Freundinnen gemeinsam zurückgelegt werden kann, wenn es ein Wunsch-Pausenbrot gibt und ein Nachmittag in der Woche für Unternehmungen mit Mama oder Papa freigehalten wird. Letzteres funktioniert an sich schon wie eine kleine Flucht und kann die Eltern-Kind-Beziehung maßgeblich vertiefen.

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Schule wird auch erträglicher, wenn man Über- und Unterforderungen abbaut. Beides geht nur ein Zusammenarbeit mit den Lehrkräften, die immerhin in der Lage sind, den Unterricht binnendifferenziert abzuhalten. Wenn sich Kinder und Jugendliche aussuchen können, ob sie die Hausaufgaben am Nachmittag oder erst am Abend, alleine oder mit Freunden, mit elterlicher Hilfe, in der Hausaufgabenbetreuung der Schule oder vielleicht mit Hilfe eines Mentors oder einer Mentorin machen dürfen, nimmt das dem Problem auch etwas die Schärfe.

Im Jugendalter sensibel sein

Es ist natürlich ganz normal, dass Kinder und Jugendliche ab einem bestimmten Alter nicht mehr so gerne in die Schule gehen. Mit Freunden und Freundinnen trifft man sich lieber außerhalb des Unterrichts, die Interessen verschieben sich, der kindliche Wissensdurst lässt nach. In dieser Phase ist es wichtig, den jungen Menschen ein Ziel zu geben, auf das sie hinarbeiten wollen.

Das kann ein Berufswunsch sein, aber auch ein Hobby, das erlernt werden muss und Disziplin oder besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erfordert. Sowie klar ist, dass die schulische Bildung eine Grundvoraussetzung zum Erreichen dieses Ziels ist, steigt die Motivation wieder.

Titelbild: © istock.com – MarkPiovesan

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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