Hilfe, mein Kind will ins Ausland – Wie Eltern damit umgehen

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Wer kocht für meinen Sohn? Kommt meine Tochter alleine klar, wenn sie viele tausend Kilometer entfernt ist? Was ist, wenn meinem Kind im Ausland etwas passiert? Au-pair oder Work & Travel sind längst keine Seltenheiten mehr. Heute träumen viele Kinder von einem längeren Auslandsaufenthalt und die Eltern sind gefangen im Gefühlschaos. Was sollten Eltern in solch einem Fall beachten und welche Strategien gibt es, damit man während der Abwesenheit der Kinder die psychische Belastung minimiert?

Mit dem Gedanken anfreunden

Ein Austauschjahr als Au-pair oder als Backpacker durch die Welt – viele Eltern fragen sich als erstes: Wozu? Die Antwort ist einfach: Für die berufliche Qualifikation und zur Stärkung der eigenen Persönlichkeit. Während früher das Hochschulstudium für gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt sorgte, ist es heute die Auslandserfahrung. Internationalität und der Blick über den Tellerrand sind bei vielen Arbeitgebern aus den unterschiedlichsten Branchen ein relevantes Einstellungskriterium. Zudem lernen die Kinder, selbstständig zu sein und kreativ mit ungewohnten Problemen umzugehen. Sie lassen den Alltag hinter sich und reflektieren stark über sich selbst sowie über die eigene Kultur. Am Ende haben sie einen offeneren Blick auf die Welt und ihre Persönlichkeit um viele Erfahrungen bereichert.

Mädchen Ratgeber

Unterstützen, aber nicht nerven

Vor allem, wenn die Kinder ein Backpack-Jahr im Rahmen von Work & Travel unternehmen möchten, haben sie meist schon eine genaue Vorstellung von ihrem Vorhaben. Eltern sollten Interesse daran zeigen und dann Hilfestellung geben, wenn sie danach gefragt werden. Generell vermeiden sollte man es, die Kinder mit gut gemeinten Ratschlägen zu nerven oder ihnen die Zügel bei der Planung aus den Händen zu nehmen. „Gut gemeint“ ist nicht immer ratsam. Es gibt eine Vielzahl von Ratgebern wie diesen z. B., die den Kindern bei der Vorbereitung und während ihres Auslandsaufenthaltes helfen. Kinder suchen sich ihre Informationen gern selbst zusammen, abseits der beengenden Verbesserungsvorschläge der Eltern.

Den Freiraum nutzen

Die Anfangszeit ist für die Eltern am schwierigsten, wenn das Kind gerade im fremden Land angekommen und noch vollkommen unbeholfen ist. Bei Eltern stellt sich oft das sogenannte „Empty Nest Syndrom“ ein, denn mit der Abwesenheit des Kindes gibt es neue Freiräume in ihrem Leben. Anstatt diese Freiräume als Leere zu betrachten, sollten sie als neue Chance gesehen werden, als mehr Zeit für Hobby oder Partnerschaft beispielsweise. Während des Auslandsaufenthaltes ist es wichtig, dass die Kinder sich von zu Hause abnabeln und selbstständig einen Alltag in der fremden Kultur aufbauen. Natürlich soll der Kontakt während dieser Zeit nicht vollkommen abbrechen. Eine bewährte Lösung sind Reiseblogs. Bei Anbietern wie 1&1 kann man ohne Probleme einen Blog erstellen, den die Kinder auf ihrer Reise wie eine Art Tagebuch befüllen. So weiß man, dass es dem Kind gut geht, lässt ihm aber die freie Entscheidung, was, wann und wie viel das Kind mit den Eltern teilen möchte. Wichtig ist es, dass man auch hier nicht ständig nachfragt, sondern es dem Kind überlässt, sich regelmäßig zu melden. Eltern können sich mit dem Gedanken trösten: Die Abwesenheit des Kindes ist keine familiäre, sondern nur eine räumliche Trennung.
Bildquelle: istock/Manuel Faba Ortega

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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