Haustier gestorben: Wie Sie als Familie am besten damit umgehen

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Grabstaette eines Haustiers
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Wenn das Haustier gestorben ist, bedeutet das für Kinder in der Regel die erste Begegnung mit dem Tod. Eltern kaufen oft kopflos einfach ein neues Tier. Stattdessen ist es besser, die Gefühle zuzulassen und als Familie gemeinsam zu trauern.

Den Tod des Tieres nicht verheimlichen

Die Beziehung zwischen Kindern und Haustieren ist sehr eng. Ein Tier steht für Kinder oftmals auf derselben Stufe wie die übrigen Familienmitglieder. Laut wissenschaftlicher Studien stärken die Hausgenossen das Selbstbewusstsein der Jüngsten und helfen ihnen, Stress zu kompensieren.

Ist das Haustier gestorben, kann das einen extremen Schock darstellen. Entscheidend dafür, wie Kinder den Tod verarbeiten, ist die Reaktion der Eltern. Es gilt, den Nachwuchs in seiner Trauer ernst zu nehmen, selbst dann, wenn der Goldfisch gestorben ist. Die Intensität der Beziehung zwischen Kind und Haustier ist nämlich nicht von dessen Größe abhängig. Liegt der Gefährte plötzlich tot im Käfig oder das Haustier ist gestorben, während das Kind in der Schule ist, sollten Eltern den Tod auf keinen Fall verheimlichen. Absolut kontraproduktiv ist es, einfach ein nahezu identisches Zwergkaninchen in den Käfig zu setzen. Kinder müssen, auch wenn es weh tut, vom Tod des Tieres in Kenntnis gesetzt werden. Außerdem ist für den Nachwuchs die Erfahrung wichtig, dass manches im Leben unersetzbar ist.

Kinder können den Sterbeprozess begleiten

Ist plötzlich das Haustier gestorben, bleibt Eltern nur noch, die Nachricht zu überbringen. Anders ist es, wenn das Tier schon krank war und mit dem Tierarzt die Entscheidung getroffen wird, den Begleiter einzuschläfern. Eltern sind dann gefordert, dem Kind zu vermitteln, was die Diagnose bedeutet und warum es besser ist, wenn der Liebling von seinem Leiden erlöst wird. Schon sehr junge Kinder können sich gut in Situationen einfühlen, weshalb ihnen mehr zugetraut werden kann, als es manchmal den Anschein hat.

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Wenn das Kind die Entscheidung trifft, während des Sterbeprozesses anwesend sein, sollte ihm das auch gewährt werden. Bevor das Tier die Spritze erhält, sollte die Gelegenheit zu einem ausführlichen Abschied gegeben werden.

Das Sterben selbst wird dann zwar als Schock empfunden, doch das Erleben schmerzhafter Realitäten trägt langfristig mehr zu emotionalem Wachstum bei als Verdrängung. Sind die Eltern selbst gefühlsmäßig zu stark involviert, kann das Kind während der Prozedur nicht adäquat begleitet werden. In diesem Fall ist es besser, erst dann Abschied zu nehmen, wenn das Haustier gestorben ist. Gleich welche Entscheidung eine Familie trifft, es ist wichtig, mit dem Kind nach dem Besuch beim Tierarzt über das Erlebte zu sprechen.

Video: VK – Wenn Haustiere sterben | Valentina Uhlmann im Studio | 20.11.2012

Als Familie vom Haustier Abschied nehmen

Unabhängig davon, wie das Haustier gestorben ist, brauchen Kinder Trauerrituale, um den Verlust zu verarbeiten. Es ist möglich, Hunde, Katzen oder andere kleine Tiere auf einem Privatgrundstück zu beerdigen. Vorausgesetzt, es handelt sich um Eigentum oder der Besitzer stimmt der Bestattung zu.

Das Tiergrab darf jedoch nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen oder an öffentliche Wege angrenzen und muss mindestens 50 cm tief sein.

Alternativ bietet es sich an, eine Grabstelle auf einem speziellen Tierfriedhof zu pachten. Wichtiger als die Bestattungsart ist jedoch das Abschiednehmen an sich.
So kann dem Tier:

  • ein Abschiedsbrief geschrieben und ins Grab gelegt
  • oder sein Lieblingsspielzeug mitgegeben werden.

Eltern sollten ebenfalls zu verstehen geben, dass sie der Verlust des Haustieres schmerzt. Nachdem das Haustier beerdigt ist, kann danach gemeinsam ein Bild von ihm in der Wohnung aufgehängt werden.

Kinder trauern in Etappen

Kinder scheinen erstaunlich schnell darüber hinwegzukommen, wenn das Haustier tot ist. Doch der Schein trügt. Denn Kinder trauern nicht am Stück, sondern eher in Etappen. Kommt das Thema nach einem halben Jahr wieder auf, dürfen Eltern nicht leichtfertig darüber hinweggehen. Auch ein neuer tierischer Hausgenosse sollte erst dann bei einer Familie einziehen, wenn Kinder den Wunsch danach äußern.

Titelbild: ©iStock.com – JohnCarnemolla

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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