So finden Sie den richtigen Kindersitz für Ihr Kind

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Bei der Auswahl des richtigen Kindersitzes sind einige Aspekte zu beachten
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Steht der Familienurlaub an oder ist das erste Kind geboren, müssen sich Eltern grundsätzlich mit der Frage nach dem richtigen Kindersitz für das Auto beschäftigen. Dabei treffen Sie nicht slten auf eine breite Preisspanne. Wir geben Ihnen einen Überblick, der bei der Kaufentscheidung behilflich sein sollte.

Bei Kindersitzen gibt es die Sitzgruppen 0, 0+, I, II und III. Diese entsprechen den Körpergewichtsklassen des Kindes. 0+ entspricht hier einer sogenannten Babyschale, die entgegen der Fahrtrichtung eingebaut wird und nur bis 13kg geht. Die Klasse 0 ist im Prinzip das selbe Modell, geht jedoch nur bis 10kg. Auszuwechseln ist der Kindersitz erst, wenn das Kind mit der Kopferoberkante nicht sicher in der Schale liegt.

Die verschiedenen Sitzgruppen im Detail

In der Sitzgruppe I werden verschiedene Systeme angeboten, beispielsweise solche mit Hosenträgergurt oder auch Fangkörpersysteme. Diese sind dadurch, dass sie das Kind vor dem Bauch sichern, weniger belastend bei Frontunfällen als die Hosenträgersysteme, welche allerdings eine bequemere Sitzposition für Ihr Kind bieten. Außerdem gibt es einige Hosenträgersysteme, die rückwärtsgerichtet eingebaut werden können. Hierbei ist die Belastung für Ihr Kind bei einem Unfall besonders niedrig. Diese Kindersitze sind so genannte Reboard Kindersitze. Einer der führenden Anbieter in Deutschland ist Amanel. Reboarder sind für Babys geeignet, aber auch für Kinder bis zu 3 Jahren.

Die Sitzgruppen II und III entsprechen Gewichtsklassen von 15-25kg (II) bzw. 22-36kh (III). Hier gibt es vor allem so genannte Sitzerhöhungen, die Schlaf- und Rückenstützen haben. Ihr Kind wird mit einem normalen Dreipunkt-Sicherheitsgurt gesichert. Hierbei sollten Sie beachten, dass die Schulter ihres Kindes erst mit ca. 4 Jahren stabil genug ist, um die Kräfte vom Sicherheitsgurt an der Schulter abzufangen. Seit Mitte 2013 gibt es außerdem eine erweiterte Zulassung für Isofix-Kindersitze, welche verhindern soll, dass für Ihr Kind der falsche Kindersitz gewählt wird. Eine weitere Option für Sie und ihr Kind ist die Babywanne im Auto. Diese ist ideal bei Neugeborenen und Frühgeborenen, bei denen die Wirbelsäule noch nicht stabil ausgebildet ist, da ihr Kind in der Babywanne die ganze Zeit liegt. Die Belastung bei einem Unfall ist jedoch deutlich höher als bei Kindersitzen, so dass Sie hier nur zugreifen sollten, wenn Sie unbedingt längere Reisen mit ihrem Neugeborenen unternehmen müssen. Richten Sie sich bei Frühgeborenen und schwachen Babys nach der Meinung Ihres Arztes, welcher Kindersitz am geeignetsten ist.

Der Kindersitz – Die Kaufentscheidung

Folgende Tipps sollten Sie unbedingt beim Kauf Ihres Kindersitzes beachten:

  • Rückwärtsgerichtete Kindersitze sind sicherer, aber auch komplizierter einzubauen
  • Orientieren Sie sich an Testergebnissen und greifen Sie nicht auf „Billig-Produkte“ zurück
  • eine Einbauprobe ist oftmals zu empfehlen vor dem Kauf, da insbesondere bei älteren Fahrzeugen Probleme auftreten können
  • lasssen Sie sich gut in einem Fachgeschäft beraten
  • achten Sie darauf, dass der Kindersitz nach den neusten Prüfnormen zugelassen ist
  • achten Sie beim Wechsel in einen größeren Kindersitz darauf, ob der Kopf ihres Kindes noch durch die Sitzschale abgestützt wird und wechseln Sie möglichst spät den Kindersitz
  • bei gebrauchten Kindersitzen sollten keine Beschädigungsspuren vorliegen
  • achten Sie darauf, ob in der Fahrzeugsbedienungsanleitung für den Beifahrerplatz nur bestimmte Kindersitze oder Kindersicherungen zugelassen werden
  • kaufen Sie keine Kindersitze, die beim Test mit mangelhaft bewertet wurden, auch wenn Sie noch zulässig sind; die Bewertung „mangelhaft“ bedeutet oftmals mangelnde Sicherheit für Ihr Kind!

Kindersitze – Die gesetzlichen Gegebenheiten

Laut Gesetzgeber muss Ihr Kind bis zu einer Körpergröße von 150cm geeignet im Auto gesichert sein. Wenn Ihr Kind 150cm Größe überschritten hat und der Dreipunkt-Gurt noch richtig am Körper Ihres Kindes verläuft, brauchen auch Kinder unter 12 Jahren keinen Kindersitz mehr. Alte Kindersitze die nicht nach aktueller Prüfnorm zugelassen sind dürfen nicht mehr verwendet werden. Diese erkennen Sie an einem Prüfsiegel am Kindersitz.

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Gegebenheiten im Fahrzeug

Beim Einbau des Kindersitzes in Ihr Fahrzeug können verschiedene Probleme auftreten. Beispielsweise liegt erst seit 2001 eine Mindestlänge für Gurte vor, weswegen es bei älteren Fahrzeugen vorkommen kann, dass der Sicherheitsgurt nicht um die Babyschale reicht. Eine Verlängerung des Gurtes dürfen Sie nur mit Genehmigung des Fahrzeugherstellers vornehmen. Es gibt auch spezielle Babyschalen, die wenig Gurtlänge brauchen für solche Fälle. Sogenannte Gurtadapter, die auch Kinder ab 3 Jahren ohne Sitzerhöhung im Dreipunktgurt sichern sind seit 2008 nicht mehr zulässig. Oftmals können Sie beim Fahrzeughersteller Ihr Auto mit integriertem Kindersitz kaufen. Dies ist zwar praktisch und Sie können kaum Bedienungsfehler beim Einbau und Sichern Ihres Kindes machen, meist sind sie jedoch vom Preis sehr kostenspielig und sie bieten im Vergleich zu selbst eingebauten Kindersitzen keine erhöhte Sicherheit.

Spezielle Fahrsituationen und Probleme

Der sicherste Platz für Ihr Kind ist grundsätzlich auf den Rücksitzen, vorallem hinten rechts oder in der Mitte. Bei diesen Plätzen steigt Ihr Kind auf dem Fußweg ein und aus. Beachten Sie aber auch die Empfehlungen Hinweise vom Fahrzeughersteller. Bei einer Fahrgemeinschaft von mehreren Kindern sind Sie für die Sicherung jedes einzelnen Kindes verantwortlich! Vergessen Sie außerdem nicht, ihr Kind auch bei spontanen Kurzfahrten ausreichend zu sichern. Falls Ihr Kind über der zugelassenen Gewichtsklasse, nicht aber 150cm groß ist, müssen Sie es trotzdem mit einem Kindersitz sichern, auch wenn sie auf breitere und stabilere Modelle zurückgreifen müssen. Auch für behinderte Kinder gibt es spezielle Sitze, bei denen die Gurte schwerer zu öffnen sind und das Kind besonders gut abgestützt wird.

Bildquelle: © S.Kobold – Fotolia.com

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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