Europäische Notrufnummer: Nur 17 Prozent der Deutschen kennt sie

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112 rufnummer
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Das ist eine erschreckend geringe Zahl: Nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbandes ist nur 17 Prozent der deutschen Bevölkerung bewusst, dass die Notrufnummer 112 einheitlich in allen Staaten der Europäischen Union gilt. Am 11. Februar findet nun zum sechsten Mal der „Europäischen Tag der 112“ statt.

Die Zahlenfolge 112 lernt man in Deutschland schon als Kind, damit man früh genug weiß, wen man bei Unfällen, Krankheitsfällen und Feuer anrufen muss. Das ist den Deutschen bekannt, was weniger bekannt ist: Jeder Mensch in der Europäischen Union wählt bei Notfällen die gleiche Notrufnummer. Angeblich wissen das nur 17 Prozent der Menschen in der Bundesrepublik, nur die Briten, Griechen und Italiener sind noch unwissender.

Für die Nummer werben

Um die einheitliche Nummer besser bekannt zu machen, findet am 11. Februar nun schon zum sechsten Mal der „Europäische Tag der 112“ mit zahlreichen Veranstaltungen von Institutionen und Organisationen (darunter auch Aktionen der Feuerwehren) statt.

Der Grund für die Werbung: Durch die Öffnung der Grenzen sind die Europäer beruflich und privat immer häufiger in anderen Ländern der Europäischen Union unterwegs, daher ist es sehr sinnvoll zu wissen, wen man in Notsituationen anrufen muss. Eine einheitliche Nummer ist dafür die beste Lösung, so muss man sich nur eine Nummer merken, um überall Hilfe zu bekommen! Und dann ist das auch noch eine Nummer, die vielen schon bekannt ist! In Kraft getreten ist diese Vorschrift 2009.

Kostenlos

Wer bei 112 ans Telefon geht, hängt von dem jeweiligen nationalen System für den Bevölkerungsschutz ab. Zumeist kommt der Notruf bei Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei an. Zumeist können die dortigen Mitarbeiter, die extra für die Notrufabfrage geschult werden, auch Englisch oder in Grenznähe auch die Sprache der Nachbarregion.

Wichtig: Auch im Ausland sind die Gespräche über die Notrufnummer immer kostenlos! Man muss also nicht befürchten nach dem Urlaub plötzlich eine hohe Telefonrechnung im Briefkasten zu finden.

Notfall konkret schildern

In Notfällen ist schnelle Hilfe oftmals lebensnotwendig, daher sollte man wissen welche Informationen für die Rettungsdienste am wichtigsten sind:

Was ist passiert? – Davon hängt ab welcher Rettungsdienst geschickt wird. Bei einem Feuer zum Beispiel ist es bekanntermaßen die Feuerwehr, bei einem Raub die Polizei und bei einem Autounfall vielleicht neben den beiden schon genannten Diensten auch noch der Krankenwagen.

Wo ist es passiert? – Man sollte möglichst genau erklären können, wo sich der Notfall abgespielt hat. Je mehr Details wie Straßenname, Hausnummer etc. umso besser! Durch die Nennung des Ortes wird vermieden, dass in mehreren Gemeinden gleichzeitig Rettungskräfte alarmiert werden.

Wie viele Verletzte gibt es? – Abhängig von der Anzahl der gefährdeten/verletzen Menschen werden unterschiedlich viele Rettungsmittel benötigt, daher ist es immer wichtig anzugeben, wie viele Menschen betroffen sind.

Wer ruft an? – Namen und Kontaktdaten des Anrufers können der Einsatzstelle weiterhelfen, falls sie zum Beispiel – aus welchen Grund auch immer – den Unfallort nicht finden kann, nochmal zurückrufen kann.

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Nicht in Panik geraten

Sollte man vor Aufregung selbst mal einen der oben genannten Punkte vergessen haben, so sollte man dennoch nicht in Panik geraten, denn normalerweise führen die Einsatzstellenmitarbeiter einen durch das Telefonat und wissen selber, welche Informationen sie benötigen. Ein wichtiger Tipp: Niemals als erster auflegen, sondern warten bis die Notrufstelle bestätigt, dass sie alle wichtigen Informationen hat.

Weitere Informationen zum Deutschen Feuerwehrverband gibt es unter: www.feuerwehrverband.de

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Bildquelle: zentilia – Shutterstock.com

Über den Autor

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Madina Sekandari

Juristin, Journalistin und Katzenmama - hat immer ein Buch in der Tasche und kann nicht am Flughafen vorbeifahren ohne Fernweh zu bekommen.

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