Beginn der Fastenzeit: Konzentration auf das Wesentliche

0
40 Tage Fastenzeit
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertunge(n), Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Für all jene, die es noch nicht wissen: Die offizielle Fastenzeit beginnt immer am Aschermittwoch, also direkt nach dem Karneval und endet nach 40 Tagen. Gezählt wird nicht nach den normalen Tagen, denn der Sonntag wird als Fastentag nicht dazu gerechnet.

Was bedeutet die Fastenzeit genau?

Mit dem Palmsonntag, an dem die Fastenzeit endet, beginnt auch die Heilige Woche vor dem Osterfest, in der die christliche Welt die Auferstehung Jesu Christi feiert. Die nächste große Fastenzeit findet in der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest statt. Auch hier gibt eine ursprünglich 40-tägige Fasten- und Bußzeit, die heute allgemein auch als Adventszeit bekannt ist.

Worum geht es in der Zeit des Fastens und Buße tun? In erster Linie geht es um den freiwilligen Verzicht der schönen Dinge. Schokolade, Alkohol sowie üppige oder luxuriöse Gerichte, im weitesten Sinne könnte sicherlich auch ein Shoppingnachmittag dazu gezählt werden. Zusätzlich zum Fasten wird an jedem Freitag auf Fleisch verzichtet, dieser Tag erinnert an den Tod von Jesu Christi. Gegessen werden während der Fastenzeit nur eine vollständige Mahlzeit sowie zwei kleinere Gerichte zur Stärkung.

Video: Was ist die Fastenzeit?

Die Asche – Symbol der Vergänglichkeit

Der Aschermittwoch zeigt bereits an, worum es in der Fastenzeit geht: Die Vergänglichkeit des Lebens. Sie ist das Symbol für den Kreislauf der Natur, indem die Geburt und der Tod bedeutsame Elemente des Lebens sind. Auch uns wird der Tod nicht vorenthalten, eines Tages stehen wir im Gegenüber. Das moderne Leben verdrängt gern den Tod, und kaum jemand möchte sich mit solchen Gedanken an das Ableben auseinandersetzen.

Doch gerade im inneren Dialog über die Vergänglichkeit entwickeln wir ein natürliches Bewusstsein zum Tod. Schon die Bibel besagt: „Bedenke Mensch,, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst.“ In früheren Zeiten, in denen im Haushalt noch mit Holz und Kohle geheizt wurde, war sie jedem Menschen stets präsent. Nicht zuletzt wurde Asche auch als natürlicher Dünger eingesetzt und verhalf Pflanzen zu besserem Wachstum.

Der Verzicht – Wie weit gehen wir?

Mit dem Fortschritt ist dieser Teil des Lebens verloren gegangen. Doch mit der Fastenzeit gibt es jedes Jahr die Möglichkeit, zum Fokus des Lebens zurückzukehren. Es gilt also, sich wieder auf sich selbst zu besinnen: wir werden nackt und allein geboren und gehen eines Tages auf gleichem Weg. Alles, was zwischen diesen beiden Ereignissen stattfindet, liegt in unserer und Gottes Hand.

Wer auf eine schlichte Lebensebene zurückgeht, wird nach dieser Periode die so selbstverständlichen Dinge des Alltags wieder schätzen lernen. Im modernen Zeitalter der Technik wäre es sicherlich auch hilfreich, den Fernseher nicht anzuschalten und die gewonnene Zeit mit der Familie oder mit Freunden zu verbringen. Sobald die persönliche Lebenszeit durch den Verzicht von Film und Computer verändert wird, entsteht scheinbare Leere, die in einen inneren Dialog übergehen.

Mädchen Ratgeber
Was ist uns wichtig im Leben? Was macht uns stark? Was lässt uns den steinigen Weg weitergehen? – Liebe, Glaube, Hoffnung. Werte, die nicht mit Geld zu bezahlen sind und sich als die fundamentalen Elemente des Lebens darstellen.

40 Tage – Dann ist Ostern!

Nicht zuletzt bedeutet die Fastenzeit vor dem Osterfest aus naturheilkundlicher Sicht auch die innere Reinigung des Körpers. Den Organismus von Giftstoffen befreien und mit der aufkommenden Frühlingsluft den Stoffwechsel wieder etwas ankurbeln. Ein paar der überflüssigen Pfunde verlieren und wieder neue Kraft schöpfen. 40 Tage Verzicht und Gebet – die Fastenzeit bringt uns wieder ein Stück näher zu uns selbst. Dann feiern wir mit neuer Energie und Lebensfreude endlich das Osterfest.

Titelbild: © istock.com – Magobert

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

Keine Kommentare