Beckenbodentraining im Alltag

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Beckenbodentraining im Alltag
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Warum sollte ich meinen Beckenboden trainieren? Ich bin doch keine alte Frau. Und ich habe keine Schwangerschaft hinter mir. Viele Frauen denken so. Mindestens genauso viele Frauen leiden bereits im jungen Alter an einer Blasenschwäche. Blaseninkontinenz ist also keinesfalls eine Frage des Alters.

Oh! Ein paar Tröpfchen sind verloren gegangen…

Wenn der Urin ungewollt entweicht, stellt dies eine vorstellbar unangenehme Situation für die Betroffenen dar. So können ein paar Tropfen Urin beim Niesen entweichen, oder beim Heben schwerer Kisten oder auch ganz ohne Ursache. Es ist kaum vorstellbar, dass rund 25 % aller Frauen zwischen 25 und 35 Jahren an einer geschwächten Blase. Sprechen möchte kaum jemand darüber.

Die Unsicherheit ist groß und viel größer noch die Scham, das Problem mit der Familie zu besprechen. Der unangenehme Geruch von Urin ist häufig ein Tabuthema in der Gesellschaft. Doch damit es erst gar nicht zur Blasenschwäche kommt, können Frauen in jedem Alter den Beckenboden trainieren. Damit wird das ungewollte Verlieren von Urintröpfchen vermieden.

Die Muskulatur des Beckenbodens spüren

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Beckenbodentrainings ist die Wahrnehmung der Beckenbodenmuskulatur. Hierbei wird beim Wasserlassen auf der Toilette der Urinstrahl bewusst angehalten. Solange dies schwerfällt, benötigt die Beckenbodenmuskulatur Training. Diese einfache Übung können Frauen auch beim Sex mit ihrem Partner ausüben. Männer mögen diese Anspannung und spüren sie sehr intensiv, wenn sich der Penis in der Scheide befindet.

Video: Rückbildungsgymnastik und Beckenbodentraining

Für eine starke Blase – So wird trainiert

Eine weitere Übung besteht darin, in seitlich liegender Position den Muskel anzuspannen. Wichtig ist, dass hierbei weder der Bauch noch das Gesäß angespannt wird, sondern der im Inneren befindliche Muskel, der auch als Kegelmuskel bezeichnet wird. Die Erinnerung an das Anhalten des Urins ist dabei immer behilflich. Auf der Seite oder dem Rücken liegend, wird der Muskel nun für 5 – 10 Sekunden angespannt – weiteratmen – dann entspannen und ausatmen.

Diese Übung wird ca. 15 Mal wiederholt und beansprucht nicht mehr als 5 – 10 Minuten am Tag. Diese Übung kann also vor dem Aufstehen und beim Zubettgehen ohne jegliche Vorbereitung 2 Mal täglich durchgeführt werden. Richtig ausgeübt führt dieses Training zu einer Straffung der Beckenbodenmuskulatur. Inwieweit bereits eine Verbesserung eingetreten ist, lässt sich immer wieder durch das Anhalten des Urinstrahls überprüfen.

Jedem das seine, die Liebeskugeln als Trainingsinstrument

Eine weitere Möglichkeit, um den Beckenboden zu trainieren, besteht in der Einführung von kleinen Gewichten in der Vagina. Das Vaginalkonen oder ­Feminakonen wird von Hebammen auch gern innerhalb der Rückbildungsgymnastik empfohlen. Voraussetzung für den Einsatz der Liebeskugeln ist, dass der Beckenboden eine gewisse Spannung aufweist und nicht komplett erschlafft ist. ­Das Vaginalkonen kann während der Hausarbeit getragen werden.

Um es im Inneren der Scheide zu behalten, ist die Anspannung der inneren Muskelpartien notwendig. Es bedarf sicherlich einer gewissen Überwindung dieser Trainingsform. Jede Frau sollte für sich ganz individuell entscheiden, ob die Übungen im Liegen sich doch besser anfühlen.

Mädchen Ratgeber

Perfekt für den Alltag geeignet

Auch im Alltag lässt sich die Beckenbodenmuskulatur jederzeit ganz einfach trainieren. Ähnlich wie auf der Toilette sitzend, wird die Muskulatur 5 – 10 Mal hintereinander angespannt. Eine solche Übung kann im Grunde an jedem erdenklichen Ort durchgeführt werden, ohne dass es jemand bemerkt.

Insbesondere junge Mütter, die gerade entbunden haben, sollten so schnell wie möglich mit der Rückbildungsgymnastik beginnen. Nach einigen Wochen sollte die Muskulatur wieder gestrafft sein. Schluss mit dem ungewollten Urinverlust!

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Titelbild: © DOC RABE Media – fotolia.com

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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