Väter – Karriereknick Elternzeit?

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Für Frauen ist es fast selbstverständlich nach der Geburt des Kindes für einige Monate den Schreibtisch gegen die Wickelkommode einzutauschen. Trifft ein Mann die gleiche Entscheidung, stößt er aber nicht selten auf Ablehnung. Dabei ist Kindererziehung nicht mehr nur Frauensache. Längst möchten Väter ebenfalls die ersten wichtigen Monate im Leben ihres Kindes begleiten ohne karrieretechnisch Abstriche zu machen. Ein unmögliches Unterfangen? Nicht mit der Unterstützung des Arbeitgebers.

Ein Anspruch auf Elternzeit besteht für jedes Elternteil bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Das Arbeitsverhältnis bleibt bestehen und es besteht danach ein Anspruch auf Rückkehr zu einem gleichwertigen Arbeitsplatz, da während der Elternzeit die Tätigkeit nur ruht. Mit Zustimmung des Arbeitgebers können bis zu zwölf Monate auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes übertragen werden. Auch bis zu 30 Wochenstunden Teilzeit zu arbeiten ist zulässig.

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Auf Fristen achten

Väter treffen die Entscheidung in Elternzeit zu gehen nicht leichtfertig. Oft kreisen die Gedanken um die Reaktion des Chefs und der Kollegen. Auch wenn sich der Vater bereits sicher ist, die Elternzeit in Anspruch nehmen zu wollen, sollte er dem Arbeitgeber nicht zu früh Bescheid geben, um keine Kündigung zu riskieren. Denn erst ab dem Zeitpunkt, ab dem die Elternzeit angemeldet worden ist, frühestens jedoch acht Wochen vor Beginn besteht der Kündigungsschutz für den Arbeitnehmer, der auch während der Elternzeit gilt. Den Antrag beim Arbeitgeber für die Elternzeit sollten Väter deshalb am besten in der siebten Woche vor Beginn stellen.

Karriere, Kind, Kündigung?

Nicht selten reagieren Unternehmen trotz der gesetzlichen Regelungen mit drastischen Maßnahmen, wie die ARD-Dokumentation Papa, trau Dich! zeigt. Die Reportage begleitet Väter, die bei der Betreuung ihrer Kinder Verantwortung übernommen haben. Mangelndes Engagement wird einem Vater dort vorgeworfen, weil er frühzeitig eine Konferenz verlässt, um sein krankes Kind von der Kita abzuholen. Danach lag die Kündigung auf dem Tisch. Kein Einzelfall, aber noch lange kein Grund, vor der Elternzeit zurückzuschrecken. Denn die Dokumentation zeigt auch die andere Seite auf: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Kind und Karriere unterstützen, weil sie wissen, dass sie auch als Firma von mehr Work-Life-Balance für Väter profitieren.

Video: Väter in Elternzeit


©iStock.com/runzelkorn

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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