Toxoplasmose in der Schwangerschaft

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Bei der Toxoplasmose handelt es sich um eine parasitäre Infektion, die in den meisten Fällen harmlos verläuft. Doch bei schwangeren Frauen sollte die Toxoplasmose nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da sie das ungeborene Baby ernsthaft gefährden kann. Aber wie kann man sich eigentlich mit Toxoplasmose infizieren, wie häufig tritt Toxoplasmose in der Schwangerschaft und wie sehen Therapie und Vorbeugung bei dieser Krankheit aus?

Wie häufig kommen Toxoplasmose Infektionen vor und warum sind sie so gefährlich für Schwangere?

Toxoplasmose ist eine weltweit sehr verbreitete Infektionskrankheit, die rund eine von 100 Schwangeren betrifft. Etwa ab der sechsten bis zur zehnten Schwangerschaftswoche besteht das Risiko, dass das ungeborene Kind sich mit der durch Parasiten übertragbaren Infektion ansteckt.

Wie wahrscheinlich es im Einzelnen ist, dass Toxoplasmose in der Schwangerschaft auftritt, hängt von mehreren Faktoren wie dem allgemeinen Gesundheitszustand der werdenden Mutter, der Anzahl der aufgenommenen Parasiten und dem Zeitpunkt der Ansteckung ab.

Die Symptome einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft bei einem Fötus, der sich im ersten Schwangerschaftsdrittel infiziert hat, können sein:

  • Hirnhautentzündungen
  • Wasserkopf
  • Entzündungen der Augen

Bei späteren Infektionen können folgende Symptome auftreten:

  • krankhafte Veränderungen der Lunge
  • Frühgeburt
  • Blutplättchenverlust und Einblutungen

Es kann aber auch sein, dass sich die Toxoplasmose in der Schwangerschaft bei den Föten zunächst gar nicht bemerkbar macht.

Wie kann man sich mit Toxoplasmose infizieren?

Beim Toxoplasmose Erreger handelt es sich um einen einzelligen Parasit, der in zahlreichen Wirbeltieren zu finden ist. Seine geschlechtsreife Form erreicht der Erreger allerdings nur in Säugetieren, die der Art der Katzen zuzuordnen sind.

Daher sind es auch nur Haus- und Raubkatzen, die als Endwirte des Toxoplasmose Erregers dienen. Von dem Kot der Katzen aus gelangen die Eier der Erreger in Nutztiere und manchmal eben auch in den Menschen.

Neben der Übertragung der Erreger durch Katzenkot, können sich Menschen auch durch den Verzehr von Gewebezysten des Erregers, der sich in rohem Fleisch oder halbrohem Fleisch befinden kann, mit Toxoplasmose anstecken. Typische Fleischsorten, in denen bereits Toxoplasmose Erreger nachgewiesen wurden sind Schweine- oder Lammfleisch.

Video: Schwangerschaft und Katze – so schützt du dich vor Toxoplasmose

Therapie und Vorbeugung von Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Behandelt wird die Toxoplasmose bei einer Schwangeren, die sich im ersten Schwangerschaftsdrittel infiziert hat, mit dem Antibiotikum Spiramycin. Dieses Medikament soll verhindern, dass die Erreger sich auf den Fötus übertragen.

Ist das ungeborene Kind bereits mit dem Erreger infiziert, müssen Mutter und Kind mit einer Kombinationstherapie aus den Präparaten Pyrimethamin und Sulfadiazin behandelt werden und zwar bis das Baby zur Welt kommt. Sollten die Schäden am Fötus bereits sehr weit fortgeschritten sein, sollte auch die Option des Schwangerschaftsabbruchs diskutiert werden.

Um sich vor der Ansteckung mit Toxoplasmose während einer Schwangerschaft zu schützen, sollten werdende Mütter auf rohes Fleisch verzichten und im Allgemeinen auf eine sehr gute Küchenhygiene achten.

Zudem sollte bei dem Vorhandensein einer Katze, das Reinigen des Katzenklos von einer anderen Person als der werdenden Mutter oder nur mit Handschuhen vorgenommen werden. Auch das Schmusen mit der Katze sollte während der Schwangerschaft nur auf ein Minimum reduziert werden.

Mädchen Ratgeber

Das ungeborene Kind schützen

Da es durch einfache Vorbeugungsmaßnahmen wie dem Verzicht auf rohes Fleisch und Vorsicht im Umgang mit Katzen recht einfach möglich ist, eine Ansteckung mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft zu vermeiden, sollten werdende Mütter diese Vorsichtsmaßnahmen unbedingt beherzigen. Denn anders als bei nicht schwangeren Personen kann eine Toxoplasmose bei schwangeren Frauen ernsthafte Konsequenzen wie einen Hirnschaden oder eine Frühgeburt nach sich ziehen.

Titelbild: ©istock – vadimguzhva

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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