Schreikinder – Wie bekommt man es in den Griff?

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Babys sind bisweilen eine laute Angelegenheit, haben die kleinen doch nur ihre Stimmbänder, um jegliche Art von Eindruck oder Gefühlsregung mitzuteilen. Manche Kinder schreien recht laut und ausführlich, während andere das Leben eher entspannt angehen. Und dann gibt es Kinder, die als Schreikinder betitelt werden und scheinbar gar nicht zur Ruhe kommen. Sie halten ihre Eltern Tag und Nacht auf Trab, finden selbst kaum zu Ruhe und stellen eine recht große Belastung für ihre Umwelt dar. Trotzdem kann auch diesen Kindern geholfen werden.

Ursachenforschung: Kann das Problem alleine angegangen werden?

Kinder schreien aus den unterschiedlichsten Gründen, und die sind manchmal so banal, dass man nur schwer darauf kommt. Wenn ein Kind viel schreit, geschieht das auch nicht immer aus demselben Grund. Als Schreikinder gelten erst einmal nur Babys, bei denen der Grund für die permanenten Unmutsäußerungen nicht herausgefunden werden kann. Wenn ein Kind viel weint, müssen die Eltern also erst einmal auf Ursachensuche gehen. Gründe können, abgesehen von Hunger, Durst, Wärme, Kälte, Blähungen, Infektionen und vollen Windeln folgende sein:

  • Langeweile
  • fehlende körperliche Nähe zur Bezugsperson
  • zu helles oder dunkles Licht im Zimmer
  • kratzige oder enge Kleidung
  • Schildchen in der Kleidung, Haare oder andere Fremdkörper, die auf der Haut spürbar sind
  • Geräusche in der Umgebung (egal wie leise oder laut)
  • etwas im Raum sichtbares, das Angst oder Unbehagen auslöst
  • das berühmte Kribbeln auf der Haut, das auch Erwachsene manchmal ohne Grund haben
  • schlechte Laune
  • ein zu voller oder zu leerer Bauch

Körperliche Ursachen beim Arzt ausschließen lassen

Nicht jede Infektion oder Krankheit ist offensichtlich. Erwachsene kennen das: Ein Zug im Nacken, eine blöde Bewegung beim Sport, am Vortag zu lange gesessen oder komisch auf dem Sofa gelümmelt – und schon strahlt der Rückenschmerz bis in den Nacken aus und verursacht Kopfweh, die wirklich unangenehm sind. Natürlich haben Babys in der Regel noch keine haltungsbedingten Rückenschmerzen. Aber sie müssen bei der Geburt einiges aushalten, und eine gestauchte Wirbelsäule oder eine Wirbelfehlstellung werden nicht immer erkannt. Zumindest nicht sofort.

Mädchen Ratgeber

Experten um Rat fragen

Das gleiche gilt für Stoffwechselstörungen und Infektionskrankheiten. Wenn ein Kind viel weint und schreit, ist der erste Gang natürlich der zum Kinderarzt. Der wird beraten und gegebenenfalls weiter überweisen, so dass sich Experten um das Kind kümmern und körperliche Ursachen wirklich ausgeschlossen werden können.

Wenn gar nichts mehr hilft: Die Schreiambulanz

Eltern, die am Ende ihrer Kräfte sind, sind in der Regel keine guten Eltern mehr. Denn auch Eltern brauchen etwas Ruhe und Schlaf, und ein permanent schreiendes Kind ermöglicht weder das eine noch das andere. Es ist schlicht eine Belastung. In solchen Fällen braucht es viel Rückhalt in der Familie und im Freundeskreis. Hebammen und Sozialarbeiter sowie Kleinkindpädagogen und -pädagoginnen helfen professionell bei Problemen.

Und wenn auch das im akuten Fall nicht reicht, gibt es in allen mittleren und größeren Städten die Schreiambulanz. Diese rund um die Uhr geöffnete Praxis kümmert sich um die Probleme von Eltern und Kind. Hier gibt es sowohl medizinische als auch psychologische Hilfe, und natürlich können Eltern auch immer anrufen und telefonisch um Rat bitten.

Video: Erziehungsbasar – Schreibaby

Zu Greifen kriegen ist wünschenswert

Die Gründe, warum manche Kinder Schreikinder sind, konnten bislang nicht geklärt werden. Meist sind die Babys rundum gesund und entwickeln sich normal. Vermutet wird, dass Schreikinder und ihre Mutter während der Schwangerschaft oder unter der Geburt vielleicht erhöhtem Stress ausgesetzt waren oder andere, nicht nachvollziehbare Eindrücke intensiv von den Kindern verarbeitet werden. Von in den Griff kriegen kann also keine Rede sein – erst einmal müssen die Gründe, warum es Schreikinder gibt, zu Greifen zu bekommen sein.

Titelbild: © istock.com – Halfpoint

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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