PCO Syndrom: Symptome & Behandlung

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Wenn der Kinderwunsch über einen längeren Zeitraum hinweg unerfüllt bleibt, kann sich dahinter eine hormonelle Störung verbergen. Eine hormonelle Störung kann mit einer unzureichenden Funktion der Eierstöcke zusammen hängen und sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Hormonelle Störung – der weibliche Körper vermännlicht

Beim PCO Syndrom handelt es sich um eine hormonelle Störung. Bekannt ist diese Hormonstörung auch als polyzystisches Ovarialsyndrom oder PCOS. Diese Hormonstörung geht oftmals mit einer gestörten Funktion der Eierstöcke einher. Es kommt zur Entstehung vieler kleiner Zysten an den Eierstöcken, daher auch der Name polyzystisches Ovarialsyndrom. Zu den Symptomen dieser Erkrankung können seltene, unregelmäßige Regelblutungen, fettige Haut, vermehrte Körperbehaarung und Haarausfall gehören.

Häufig wird die Erkrankung entdeckt, wenn Frauen aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches einen Arzt aufsuchen. Die Symptome des PCO Syndroms können allerdings frühzeitig auftauchen und auch schon während der Pubertät erkennbar sein. Diese Störung trifft vor allem Frauen mit Kinderwunsch hart, denn sie ist mit einer verminderten Fruchtbarkeit verbunden und kann sogar zur Unfruchtbarkeit führen. Es gibt jedoch Behandlungsmöglichkeiten, um den Eisprung herbeizuführen und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen.

Video: PCO-Syndrom / Prof. Dr. med. Herrmann, Endokrinologe Bochum

Diagnose des polyzystischen Ovarialsyndroms

Der Arzt erhebt zunächst eine Anamnese. Das bedeutet, er spricht mit der Patientin über ihre Krankheitsgeschichte und lässt sich die bestehenden Symptome schildern. Dann folgt eine körperliche Untersuchung. Bei der Untersuchung achtet der Arzt auf Akne, Übergewicht, Haarausfall und verstärkte Körperbehaarung. Bei der Untersuchung der Eierstöcke mittels Ultraschall können die polyzystischen Ovarien festgestellt werden. Ein Blutbild gibt Aufschluss über den Hormonstatus und macht einen Überschuss an männlichen Hormonen deutlich. Die Ursachen dieser Erkrankung sind noch nicht gänzlich geklärt, man nimmt aber an, dass die Entstehung des PCOS durch erbliche Faktoren und Umwelteinflüsse begünstigt wird.

Man geht von einem PCO Syndrom aus, wenn zwei der folgenden Symptome festgestellt werden:

  • Die Betroffene klagt über Zyklusstörungen, es kommt selten oder gar nicht zum Eisprung und es ergeben sich lange Abstände zwischen den Regelblutungen oder diese bleibt sogar ganz aus
  • An den Eierstöcken werden zahlreiche kleinblasige Veränderungen festgestellt (polyzystische Ovarien)
  • Eine Untersuchung des Hormonstatus ergibt, dass der Spiegel männlicher Hormone zu hoch ist und es gibt bereits äußere Anzeichen für den Überschuss an männlichen Hormonen

Behandlung des polyzystischen Ovarialsyndroms

Die Behandlung des PCOS richtet sich in erster Linie danach, ob die Frau Kinder bekommen möchte oder nicht. Das Ziel der Behandlung ist, den Stoffwechsel zu normalisieren. Dadurch soll auch Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Problemen vorgebeugt werden. Viele Frauen, die am polyzystischen Ovarialsyndrom erkranken, sind übergewichtig. Ein Teil der Therapie ist daher, das Gewicht zu reduzieren. Mit der Gewichtsabnahme geht häufig auch eine Normalisierung des Zyklus einher und Eisprünge finden wieder statt.

Die Gewichtsabnahme sollte durch eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Bewegung realisiert werden. Zusätzlich können je nachdem, ob ein Kinderwunsch vorliegt oder nicht, verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Liegt kein Kinderwunsch vor, wird häufig die Antibabypille verschrieben.

Mädchen Ratgeber
Bei Frauen mit Kinderwunsch können Kortison- und Antiöstrogenpräparate zum Einsatz kommen. Muss zusätzlich der Blutzuckerspiegel normalisiert werden, kann dies mit Blutzucker senkenden Medikamenten erfolgen.

PCO Syndrom – ärztlichen Rat einholen

Unabhängig vom Kinderwunsch sollte jede Frau ärztlichen Rat einholen, wenn sie bei sich Symptome eines polyzystischen Ovarialsyndroms feststellt. Die Erkrankung ist in jedem Fall behandlungsbedürftig, da ansonsten Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten können. Betroffene müssen ihren Kinderwunsch nicht aufgeben, denn in vielen Fällen kann dieser trotz PCO-Syndroms bei entsprechender Behandlung erfüllt werden.

Titelbild: © istock.com – KatarzynaBialasiewicz

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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