„Öko Test“: Zu viel Zucker und Schadstoffe in Milchbreien

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Eltern sind auf die gesunde Ernährung und Entwicklung ihres Babys bedacht. Trotzdem werden schon Babys heute – mit gesundheitlichen Folgen – mit viel zu viel Zucker in der Ernährung versorgt, und das mit für die Babyernährung ausgewiesenen Produkten.

Öko-Test hat Babybrei unter die Lupe genommen

Erschreckende Ergebnisse hat eine Analyse von Babybrei zutage gefördert. Obwohl zuckerreiche Ernährung besonders für Babys sehr schädlich ist, weisen die Produkte, die in Verbrauchermärkten für die Baby-Ernährung angeboten werden, erschreckend hohe Anteile an Zucker auf. So kann ein Babybrei durchaus mit vier Esslöffeln Zucker angereichert sein.

Kombiniert mit einer Untersuchung auf Schadstoffe innerhalb der Babybreie sind letztlich von zwölf untersuchten Produkten insgesamt zehn Produkte bei Öko-Test durchgefallen. Fakt ist, dass eine stark zuckerhaltige Ernährung Karies und auch Übergewicht schon bei Kleinstkindern fördert und dass demgegenüber gemäß den Empfehlungen der WHO eine Ernährung mit einem maximalen Zuckeranteil von fünf Prozent empfohlen wurde – den die Milchbreie deutlich überschreiten. Nachteilig bei den übersüßten Breien ist zudem, dass sie das Geschmacksempfinden negativ beeinflussen.

Der Zucker wird in der Zutatenliste geschickt versteckt

Erschreckend für Eltern, die auf eine ausgewogene Ernährung ihrer Kinder achten ist zudem, dass die Zutatenliste auf den ersten Blick auch keine schlüssigen Informationen bezüglich Zuckeranteilen liefert. Zucker ist dort nämlich nicht als Zucker, sondern auch als Saccharose, Glucose, Maltodextrin, Traubenzucker, Milchzucker sowie Fructooligosaccharid ausgewiesen.

Besonders Glukose sowie Fructose und Saccharose sind im Bezug auf Kariesbildung besonders gefährliche Zutaten – obwohl sie auf den ersten Blick vom Laien nicht als Zucker erkennbar sind. Genau deshalb erfuhren die Milchbreie mit diesen Zutaten von Öko-Test eine zusätzliche Abwertung aufgrund der Irreführung und der besonderen Risiken für die Gesundheit.

Kritik von Verbraucherschützern resultiert zudem aus der Tatsache, dass Lebensmittel mit dem Inhaltsstoff Maltodextrin als zuckerfrei vertrieben und gekennzeichnet sein dürfen. Interessanter Hintergrund in diesem Zusammenhang ist, dass Maltodextrin ein zwar kaum süß schmeckendes, aber dennoch sehr energiereiches Kohlenhydratgemisch und dennoch eine Zuckerverbindung ist, damit eine Gefahr für die Zähne bedeutet.

Video: Beikostnahrung: Gläschen oder selbst kochen? (urbia.tv)

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Weiterer erschreckender Fakt sind Schadstoffe in zahlreichen Bio-Produkten

Setzen Eltern bei der Ernährung ihrer Sprösslinge auf Bio-Produkte und erhoffen sich damit eine gesündere und vor allem offener deklarierte Zutatenliste, sind sie oftmals auch auf dem falschen Weg. Im Bezug auf die Untersuchung auf Schadstoffe innerhalb der Rezeptur fielen Öko-Test oftmals gerade die als hochwertig angesehenen Bio-Breie negativ auf.

In fünf getesteten Produkten fanden sich Rückstände zahlreicher Chemikalien – darunter sowohl Desinfektions- als auch Reinigungsmittel. Für die Bio-Hersteller ist dies ein Armutszeugnis, das sie sich mit solcher Produktqualität selbst ausstellen. Nicht zuletzt fanden die Tester in den Bio-Produkten auch noch hohe Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäuren, die aus Palmfett stammen.

Was den Zuckergehalt von Babybrei angeht, orientieren sich Tester an der natürlichen Süßung, die ein in der eigenen Küche zubereiteter Milch-Getreide-Brei aufweist. Wer seinem Baby einen ungezuckerten Brei aus Milch, Getreideflocken und Obst füttert, führt dem Kind schon zwölf Gramm Milch- sowie Fruchtzucker zu, ohne dass noch Industriezucker zur Mahlzeit zugefügt wird.

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Auch beim Baby geht nichts über selbst zubereitete Speisen

Auch wenn der Milchbrei aus der Tüte schnell zubereitet ist, sollten Eltern auf diese Produkte nicht setzen. Zu hohe Zuckeranteile, die die Zähne schädigen, die zu Übergewicht führen und auch die Geschmacksentwicklung negativ beeinflussen, sind in Tests negativ aufgefallen. Zudem können auch Bio-Produkte zudem auch noch Schadstoffe enthalten. Ein gesunder Brei für das Baby besteht aus Milch, Flocken und Obst ohne Zuckerzusatz – und ist auch schnell selbst in der Küche zubereitet.

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Bildquelle: gresei – Shutterstock.com

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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