Der alltägliche Sonntagsbraten – Über Fleischkonsum & Klimaschutz

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60 Kilogramm Fleisch pro Kopf in einem Jahr. So viel konsumierte die deutsche Bevölkerung im Jahr 2014. Das sind circa 160 Gramm pro Tag. Weltweit liegt der Fleischkonsum derzeit bei rund 300 Millionen Tonnen! Was zu Omas Zeiten noch etwas ganz Besonderes war (Sonntagsbraten) kommt heute fast jeden Tag auf den Tisch. Was dies für ökologische und gesundheitliche Schäden mit sich führt, ist den Wenigsten bewusst.

Ein Kilo Fleisch aus Brasilien oder 1600 Kilometer mit dem Auto fahren?

In Bezug auf den entstehenden CO2-Ausstoß schenken sich beide nichts. In Deutschland entspricht der CO2-Ausstoß, der bei der Produktion eines Kilos Rindfleisch entsteht, dagegen „nur“ einer Autofahrt von 110 Kilometern. Brasilien gehört zu den größten Fleischlieferanten der Erde. Die Wachstumstendenz dieses Wirtschaftszweigs ist steigend. Und zwar rapide! Tagtäglich weichen mehrere hundert Hektar Regenwald den Weideflächen für Rinder und Anbauflächen für Futtermittel. Die „grüne Lunge“, die CO2 in Sauerstoff umwandelt, wird also systematisch zerstört, um noch mehr CO2 zu produzieren.

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Der Methanausstoß der ganzen Nutztiere ist obendrein weitaus klimaschädlicher als das CO2. Dann wäre da noch die Wasserverschmutzung der ganzen Kloake, die ungefiltert im Erdreich versickert und in die Meere gelangt. Getreide- und Sojaproduktionen laufen auf Hochtouren, um das ganze Viehzeug zu füttern, Gentechnologie kommt zum Einsatz, um bessere Ernten einzufahren, es wird gedüngt was das Zeug hält, und so weiter und so fort …

Die erschreckenden Zahlen und Fakten über Fleisch könnten ohne weiteres noch viele Seiten füllen. Und im Grunde muss man auch nicht Ernährungswissenschaftler sein, um zu verstehen, dass es so nicht weiter gehen kann. Auf jeden Fall nicht sehr lange. Wenn die Menschheit (vornehmlich die der „Ersten Welt“) in diesem Maße dem Fleischkonsum frönt, dauert es nach Expertenmeinung keine 50 Jahre mehr, bis wir in Sachen Naturkatastrophen die Rechnung präsentiert bekommen.

Es gilt also, etwas zu verändern. Im Kleinen. Bei sich selbst. Nach und nach …

Vegan als gesunde Ernährungsphilosophie?

Wer gerne Fleisch isst, ohne sein Glas Milch und Frühstücksei nicht auf Touren kommt, der wird ganz bestimmt nicht von heute auf morgen allen Fleischprodukten den Rücken kehren. Muss man auch nicht! Es ergibt dagegen viel mehr Sinn, sich bewusst mit dem Thema auseinander zu setzen, und seine Ernährungsgewohnheiten nach und nach zu ändern. Ein echter Augenöffner und Entscheidungshelfer ist der Film des amerikanischen Filmemacher Kip Andersen mit dem Titel „Cowspiracy: The Sustainability Secret“. Vegan kann auch erst mal vegetarisch sein … und das auch nicht jeden Tag. Ein Stück Bio-Fleisch aus regionaler Haltung pro Woche ist schon mal ein toller Anfang! Anstatt einen dicken Burger in der Mittagspause zu verputzen, tut es ein leckerer Salatteller oder ein Falafel auch. Pellkartoffel mit Kräuterquark? Spargel- oder Steinpilz-Risotto? Spagetti mit frischem Pesto? Vegetarische Gerichte und Rezepte gibt es ohne Ende!

Video: Besseres Klima mit weniger Fleisch – 70 Prozent der Anbauflächen dienen der Tierzucht

Titelbild: © istock.com – venturecx

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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