„Das ist meins!“ – So lernen Kinder teilen

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Niemand teilt gerne. Auch Kinder nicht. Ob es nun der beste Freund ist, der am Spielplatz die Sandschaufel ohne Fragen ausleiht, oder die große Schwester, die den Teddybären entführt: In der Regel reagieren Kinde mit einem mittelprächtigen Kriegsschrei und wenig Verständnis auf solche Übergriffe. Dabei sind sie ja prinzipiell dem Teilen gar nicht abgeneigt – wenn sie verstehen, was teilen und ausleihen bedeutet. Und das Verständnis dafür kann früh entwickelt werden.

Meins und Deins ist eine Frage von Wollen

Generell haben Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren noch gar kein Verständnis für Besitzverhältnisse. Sie urteilen eher danach, was sie gerade haben beziehungsweise machen wollen und was nicht. Wenn kleinen Kinder Gleichaltrige suspekt sind und sie sich lieber Erwachsenen zuwenden, dann liegt das unter anderem daran, dass Erwachsene in ihrer Erfahrung „sicher“ sind. Und dazu gehört auch der Umgang mit Spielzeug und Essen.

Da Erwachsene oft nach dem Motto „Kleine und Schwache zuerst“ handeln, kommen die Knirpse noch gar nicht in die Verlegenheit, zu teilen oder auch nur ein Konzept davon zu entwickeln.

Spielerisch üben und mit Spaß aufeinander zugehen

Mit Zwang und harschen Worten erreicht man wenig bei Kindern, das ist ganz klar. Immerhin will ja niemand, dass sie blind gehorchen. Erstrebenswert ist vielmehr die langsame Entwicklung eines Verständnisses für Vorgänge wie Abgeben, Teilen und gemeinschaftliche Nutzung. Das kann man eigentlich ganz einfach üben:

  • Beim gemeinsamen Spielen rollt man sich den Ball gegenseitig zu. Solange einer den Ball hat, ist es langweilig – Das Spiel entsteht erst daraus, dass man abgibt.
  • Eine Schüssel Popcorn, aus der man nicht nur selbst isst, sondern sich gegenseitig füttert, kann spannend sein. Wenn dann noch Kuscheltiere „gefüttert“ werden, nimmt der Spaß gar kein Ende mehr.

Video: Bali lernt teilen

Früh daran gewöhnen, aber keine Wunder erwarten

Teilen kann schon früh einen Platz im Alltag bekommen, und natürlich teilen die Erwachsenen mit den Kindern genauso wie das andersherum auch erwartet wird. Ob es sich nun um den letzten Löffel Erdbeermarmelade im Glas handelt, um die Seifenblasenflasche, die von drei Kindern gleichzeitig benutzt wird, oder die Brezel, von der Mama auch mal abbeißen darf – teilen macht einfach Spaß.

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Und wenn Kinder freundlich und mit den üblichen Höflichkeitsformen gefragt werden, teilen sie auch gerne. Vor allem gewöhnen sie sich selbst so daran, dass sie sich die Umgangsformen gleich mit aneignen.

Konsequent sein und mit allen zusammen arbeiten

Kindern fällt es sehr viel leichter, die richtigen Umgangsformen und damit verbunden auch das Teilen zu lernen, wenn dies in ihrem gesamten Umfeld angeregt und praktiziert wird. Das bedeutet, dass Eltern, Freunde und Erziehungspersonal in der KiTa zusammenarbeiten sollten. Konsequenz ist dabei aber eben auch wichtig. Und wenn ein Kind partout nicht teilen will, dann sollte das auch erst einmal akzeptiert werden.

Titelbild: ©istock.com – SergiyN

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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