Beginn der Trotzphase: Was tun bei lautstarkem Protest?

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Sie gehört zum Großwerden wie das Sprechenlernen: die Trotzphase. Jedes Kind zeigt im Alter von zwei bis vier Jahren eigensinnige Verhaltensweisen, die Eltern mitunter zur Weißglut treiben. Nachfolgend einige Tipps, wie Mama und Papa sich gegenüber dem kleinen Trotzkopf verhalten sollten.

Ruhe bewahren und nicht persönlich nehmen

Die Wutausbrüche und wiederholten „Ich will aber“-Rufe gehen an die Substanz. Weil bei einem „Nein“ Antworten wie „Du bist eine ganz blöde Mama!“ kommen, macht sich auf Seiten der Eltern Frustration breit. Diese sollten sich bei aller Anspannung aber immer wieder vor Augen führen, dass sich die verbalen Attacken der Sprösslinge nicht tatsächlich gegen sie richten. Zu Beginn der Trotzphase beherrschen Kinder durchschnittlich 50 verschiedene Wörter. Mit diesen versuchen sie all ihre Wünsche zu formulieren und stoßen dabei natürlich an Grenzen.

Das Fehlen an negativen Erfahrungen lässt sie außerdem auf gefährliche oder gar haarsträubende Ideen kommen. Wenn der kleine Sohn den Einfall hat, auf das Garagendach zu klettern und die Eltern dazwischen gehen, erstaunt ihn dies. Er weiß noch nichts von Gefahr und lässt die Wut über sein Unvermögen, den eigenen Kopf durchzusetzen, an den nächstbesten Personen aus: den Eltern.

Video: TROTZPHASE BEI KLEINKINDERN l PROBLEME l ERFAHRUNGEN l TIPPS ll Mami VonTami

Das Vermeiden von konfliktfördernden Situationen

Es gibt nichts Peinlicheres als einen sich vor Zorn am Boden wälzenden Dreijährigen, der mit seinem Geschrei den kompletten Supermarkt in helle Aufregung versetzt. Wenn Eltern bereits wissen, dass es in der Süßwarenabteilung immer wieder zu Trotzattacken kommt, machen sie einfach einen großen Bogen darum. Reagiert das Kind empfindlich auf bestimmte Kleidungsstücke, die es partout nicht anziehen will, sollten diese eine Zeit im Schrank verschwinden.

Auch Spielwaren, Speisen, Personen oder Örtlichkeiten vermögen als akute „Brandbeschleuniger“ zu fungieren. Bestenfalls umschiffen Mama und Papa galant diese Konfliktherde und versuchen damit neuerlichen Heulattacken aus dem Weg zu gehen. Können Eltern beobachten, wie der Kopf ihres Kindes vor Zorn immer röter wird, dürfen auch Ablenkungsmanöver zum Einsatz kommen. Diese sorgen nicht nur für gute Stimmung, sondern helfen den lieben Kleinen ganz nebenbei über die auch für sie unangenehmen Momente hinweg.

Konsequent bleiben: manche Trotzaugenblicke lassen sich nicht umgehen!

Will das Kind etwas Gefährliches haben oder tun, ist Nachgeben natürlich der falsche Weg. Bei kleineren, unproblematischen Vorhaben, von denen Eltern zwar wissen, dass sie der Tochter eventuell nicht gelingen werden, sollte man die Jüngste ruhig gewähren lassen. Aus Missgeschicken lernt sie. Hält es der Sprössling jedoch für ein tolles Abenteuer auf der vierspurigen Hauptverkehrsstraße Ball zu spielen oder möchte er oder sie das Kaminfeuer berühren, heißt es hart zu bleiben.

Der nächste Wutausbruch folgt nun auf dem Fuße. Tröstende Worte und Verständnis sind jetzt angebracht. Hat sich der Trotzkopf ein wenig beruhigt, erklären Eltern mit möglichst ausgeglichener Stimme, dass sie Angst um ihr Kind haben und dieses oder jenes aus Furcht nicht erlauben. Ein „Ich hab‘ dich lieb und will nicht, dass dir etwas passiert“ ist leichter für kindliche Zornschöpfe zu verstehen als ein geschrienes „Nein!“.

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Nicht immer einfach aber vergänglich: die Trotzphase

Um nicht die Nerven zu verlieren, müssen Eltern immer wieder zwei Fakten durchdenken. Erstens: das Kind meint es nicht böse! Und zweitens: diese konfliktreiche Zeit geht vorüber! Laufen Mama und Papa einmal Gefahr, ihre gewaltfreien Erziehungsprinzipien über Bord zu werden, verlassen sie bestenfalls das Zimmer. Dann laut, mit geschlossenen Augen und den Fingern in den Ohren bis 50 zählen! Versprochen, es hilft!


Titelbild: Copyright: Cathy Yeulet

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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