Automöbeldesign – Extravaganz für den Alltag

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Bulli Heck als Kleiderschrank
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Die Grenzen kreativen Wohnens sind noch lange nicht erreicht, aber es ist klar: mit Möbeln „von der Stange“ entlockt man anspruchsvollen Individualisten nur ein müdes Gähnen. Wer also gerne ungewöhnlich wohnen möchte – und zufällig noch Liebhaber rassiger oder ehrwürdiger Fahrzeuge ist – wird früher oder später auf Automöbel stoßen. Doch Automöbel sind nicht gleich Automöbel. Denn damit sind in erster Linie nicht Nachbildungen aus Fernost oder Standardmöbelstücke, die mit Scheinwerfern geschmückt wurden, gemeint, sondern Originalteile von Automobilen – nur eben in ein einzigartiges Möbelstück verwandelt!

Für Individualisten mit Leidenschaft

Auch wenn Automöbel im Prinzip für jeden infrage kommen, dürfte bei den meisten Besitzern des skurrilen Mobiliars eine große Portion Leidenschaft fürs Auto vorhanden sein. Eine Leidenschaft, die auch den professionellen Automöbeldesigner auszeichnet. Kunde und Designer sind bestens beieinander aufgehoben und sind beide Individualisten mit der richtigen Portion Hingabe. Die ist auch ungeheuer hilfreich, denn die Umsetzung eines solchen Projektes erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen Kunden und Ausführenden.

Immerhin kann man aus unzähligen Fahrzeugen sein Lieblingsstück als Vorlage aussuchen und mit Modifikationen praktisch unbegrenzt verändern. Sie suchen ein spezielles Baujahr? Kein Problem für den Automöbeldesigner – er wird alles daran setzen, ihren Wunsch zu erfüllen. Nicht wenige Enthusiasten nehmen viele Kilometer Anfahrt auf sich, um bei der Entstehung ihres zukünftigen Schmuckstücks hautnah dabei zu sein. Davon und von vielen anderen Anekdoten berichtet der Experte für Automöbelbau und -design Martin Schlund in seinem E-Book „Automöbeldesign“.

Video: Überblick Automöbel – Möbel aus Autos

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Ursprung und heutige Varianten

Die Amerikaner haben es vorgemacht und bereits Mitte der 1980er Jahre in Manufakturen die Heckteile ihrer ausgedienten Straßenkreuzer mit neuem Leben erfüllt – indem diese zu Sitzmöbeln umgearbeitet wurden. Die weniger edle, aber nicht minder praktische Version findet man häufig in Kfz-Betrieben: dort werden alte Karossen ausgeschlachtet und die Sitze als schnörkellose, praktische Sitzgelegenheit benutzt.

Heute umfasst der Begriff Automöbel einen riesigen Bereich, der keineswegs auf Sitz- oder Liegemöbel begrenzt ist. Einen Porsche als Bett kennen die meisten vielleicht noch, aber eine Mini-Bar aus dem Heck eines Mini-Coopers? Oder ein Sideboard aus einem VW Scirocco II GTX? Man kann auch edle Akzente setzen, etwa durch einen Wandfluter aus Stoßstangen oder eine Zylinderkopfgarderobe! Die Garantie auf Blickfangtauglichkeit inklusive und auch ohne eigene Werkstatt schnell in Eigenregie gebaut.

D.I.Y – Automöbelstücke als Upcycling-Projekt

Beim Upcycling werden ausgediente Gegenstände nicht für den ursprünglichen Zweck restauriert oder repariert, sondern ganz neuartig wiederverwertet. Auch Automöbelbauer versuchen nach Möglichkeit, alle Teile eines Autos zu verwerten. Was für einen Auftrag nicht benötigt wird, wird entweder eingelagert oder erfreut einen Kollegen. Wegwerfen, was noch zu gebrauchen ist, wäre auch einfach zu schade. Dennoch muss man kein Mechaniker oder Möbelbauer sein, um sein eigenes kleines automobiles Projekt zu starten: Ein Bestelltisch aus einer Alufelge oder eine Wanduhr aus einer Radkappe erfreuen die Herzen jedes Autoliebhabers und eignen sich auch prima als D.I.Y-Geschenk.

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Bildquelle: © Martin Schlund

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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