Zeckenfrei durch den Winter: Schutz vor Borreliose und FSME

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Entgegen der allgemeinen Annahme, dass man sich nur im Frühjahr und Sommer vor Zecken schützen muss, steht fest: Die gefährlichen Blutsauger können auch im Winter auftauchen. Das Spinnentier überlebt trotz Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Das immer milder werdende Klima in Mitteleuropa führt dazu, dass die Blutsauger auch im Winter aktiv sind. Doch wo halten sich die Zecken bevorzugt auf und wie kann man sich vor einem Zeckenbiss im Winter schützen?

Bei milden Temperaturen bleiben Zecken aktiv

Zecken trotzen den fallenden Temperaturen, indem sie sich Schutz vor Kälte suchen. Den finden sie vor allem in Nestern von Mäusen, im Laub, aber auch in Maulwurfsbauten oder Fuchshöhlen. Sitzen sie in einem schneebedeckten Versteck unter der Erde, sind sie relativ gut vor eisiger Kälte geschützt.

Damit die Zecke beim Vorbeilaufen am Körper hängen bleibt, hat sie an ihren Vorderbeinen starke Krallen. Eine kurze Berührung reicht aus, damit sich die Zecke an der Haut oder der Kleidung festkrallen kann. Von dort aus sucht sie sich einen geeigneten Platz zum Blutsaugen. Das sind meist versteckte Stellen mit dünner Haut, wie in den Kniekehlen, in der Leistengegend, am Bauch, am Kopf- oder Brustbereich. Das „Opfer“ der Zecke spürt den Biss meist nicht, da die Wunde mit einem schmerzstillenden Stoff, der sich im Zeckenspeichel befindet, betäubt wird.

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Zecken bleiben in Deutschland lange aktiv

Da in Deutschland die meisten Winter sehr mild ausfallen und lange Frostperioden selten sind, bleiben die Zecken somit lange aktiv. Vor allem wenn die Temperaturen für mehrere Tage um die zehn Grad liegen, beginnen die Blutsauger zu krabbeln. Sie klettern an Grashalmen, Stauden oder Büschen bis zu eineinhalb Meter hoch und warten auf das Vorbeikommen eines Wirts, der ihnen als Nahrungsquelle dienen kann. Hierfür kommen zahlreiche Wirbeltiere in Frage, somit auch der Mensch.

Zeckenbiss mit Folgen: Borreliose und FSME

Als gefürchtete Krankheitsüberträger könne Zecken eine Infektion mit Borreliose oder Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) hervorrufen. Dabei ist die FSME-Erkrankung besonders tückisch. Die FSME-Viren rufen zunächst grippeähnliche Symptome hervor. Viele der Betroffenen klagen sogar über dauerhaft gesundheitliche Schäden wie Lähmungen, Atemschwäche, Gleichgewichtsstörungen oder Schluck- und Sprechstörungen. Anders als bei der Borreliose gibt es bei der FSME bislang kein Gegenmittel. Einen angemessenen Schutz gegen die FSME bietet lediglich eine Impfung. Es wird empfohlen, die Impfung gegen die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) dreimal zu wiederholen, um einen umfassenden Schutz für die nächsten drei Jahre zu gewährleisten.

Wie vor Zeckenbiss im Winter schützen?

Mit vorbeugenden Maßnahmen kann man sich auch im Winter vor Zecken schützen. Hier sind einige hilfreiche Tipps, um einen Zeckenbiss zu vermeiden:

  • Ratsam ist das Tragen von Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen – dies sollte im Winter ohnehin der Fall sein. Dabei ist bevorzugt auf helle Kleidung zu achten, um so die kleinen Tierchen frühzeitig zu erkennen.
  • Nach einem Spaziergang im Wald oder durch Wiesen und Felder sollte der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden. Vor allem Hautfalten, Ohren, Kniekehlen, Achseln und Haaransatz bedürfen einer gründlichen Inspektion.
  • Auch Haustiere sollten nach festgebissenen und auch noch herumkrabbelnden Zecken besonders genau untersucht werden. Denn sonst können die Blutsauger auch schnell vom Tier auf den Menschen krabbeln.

Das Risiko eines Zeckenbisses sollte also auch im Winter nicht unterschätzt werden. Besondere Vorsicht ist bei Kindern geboten, da diese sich oft zum Spielen im Freien aufhalten. Hierbei kann es hilfreich sein, beispielsweise das Laub im Garten regelmäßig zu beseitigen. Gerade nach dem Herumtollen im hohen Gras oder Büschen sollten Kinder auf Zecken kontrolliert werden.

Video: Animationsfilm zu Zecken, FSME und FSME Impfung

Was tun, wenn man eine Zecke auf der Haut entdeckt?

Zunächst sollte die Zecke sofort, aber vorsichtig mit einer Zeckenpinzette (oder zur Not einer normalen, gebogenen Pinzette) entfernt werden. Dabei ist zu beachten, dass man die Zecke langsam und gerade aus der Haut zieht. Beim Drehen des Körpers des Ungeziefers kann es nämlich passieren, dass der Kopf mit abreißt und dieser sich dadurch unter der Haut festsetzt. Infektionen können die Folge sein. Der Körper der Zecke sollte beim Herausziehen auf keinen Fall gequetscht werden, denn dies erhöht das Risiko einer Krankheitsübertragung. Anschließend sollte die Wunde gründlich mit einem geeigneten Mittel desinfiziert werden. Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen und eine medizinische Beratung einzuholen.

Titelbild: © istock.com – morganry

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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