Teilzeit, Vollzeit oder Minijob – wie Sie als Mutter das beste Modell finden

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Der Traum von der Elternzeit und dem nahtlosen Wiedereinstieg in das Berufsleben danach ist genau das: ein Traum. Die meisten Frauen verlassen ihren Arbeitgeber kurz vor, während oder direkt nach der Schwangerschaft, und in den meisten Fällen passiert das auf ganz legalem Weg. Nun heißt es, den Einstieg ins Berufsleben so familienverträglich wie nur eben möglich zu gestalten. Welches Modell passt?

Teilzeit – viertel, halbe und dreiviertel Stellen

Teilzeitstellen scheinen auf den ersten Blick sehr verträglich mit den Betreuungsmöglichkeiten von Kinderkrippe und Kindergarten zu sein, und rein von der zu leistenden Stundenanzahl her sollte das auch während der Schulzeit machbar sein. Tatsächlich sind die Zeiten aber doch oft nicht gut aufeinander abgestimmt. Da öffnen Kinderkrippen um 8.00 Uhr, und der Bürotag soll um 8.15 Uhr beginnen – das funktioniert nicht einmal, wenn das Büro direkt neben der Kinderkrippe liegt.

Die Abholzeiten gestalten sich ähnlich realitätsfern, denn Arbeitsschluss um 14.00 Uhr im Büro lässt sich mit der Abholzeit des Halbtagskindergartens um 13.30 Uhr einfach nicht vereinbaren.

Fazit: Mütter müssen in der Regel Nachbarn, Freunde oder Großeltern zur Verfügung haben, die sich für diese Übergangszeiten am Morgen und am Mittag einspannen lassen. Oft bildet sich zwischen den Müttern einer Kindergartengruppe oder eines Straßenzugs ein enges Netzwerk in Sachen Betreuung heraus, so dass die Zeiten überbrückt werden können. Allerdings will der Arbeitgeber in der Regel schon im Vorstellungsgespräch zugesichert haben, dass die Betreuung nahtlos geregelt ist.

Video: Kind und Beruf – das raten die Exptertinnen

Zurück in Vollzeit mit privater Betreuung

Es gibt kaum öffentliche Betreuungseinrichtungen für Kinder (außerhalb der Großstädte, wohlgemerkt), die die Annahme einer vollen Arbeitsstelle erlauben. Hier ist private Initiative gefordert. Ob Mütter nun das Modell Tagesmutter plus Kindergarten oder doch eher ein AuPair Mädchen bevorzugen, ist reine Geschmackssache.

Die erste Variante hat den Vorteil, das Kinder auch bei der Tagesmutter mit anderen Kindern gemeinsam essen, trinken, spielen und lernen. Mit dem AuPair ist das Kind in der Regel eher alleine zu Hause, zudem hat man eben dauerhaft einen „Gast“ im Haus. Für junge Frauen und gelegentlich auch Männer weltweit ist das AuPair Wesen natürlich eine gute Gelegenheit, über die eigene Kultur hinaus zu wachsen, und diese Möglichkeiten bestehen auch für Kinder. Für Mütter ist die Hilfe im Haushalt willkommen. Bezüglich der nötigen Genehmigungen und Versicherungen sowie Sozialabgaben sollte man sich rechtzeitig informieren.

Minijob – die Notlösung, bei der nicht einmal das Geld stimmt

Minijobs sind generell die schlechteste Lösung für Mütter, und das aus mehreren Gründen. Erstens rechnen sie sich normalerweise gar nicht: Wer ein Auto unterhalten und zumindest stundenweise Betreuung für den Nachwuchs zahlen muss, um den Minijob überhaupt auszuüben, sollte diese arbeitsassoziierten Kosten vom Verdienst abziehen und gut nachdenken, ob der Job dann wirklich noch attraktiv ist.

Wenn weder eigener Wagen, noch zusätzliche Betreuung nötig ist, kommt man bei den meist 15 bis 20 Wochenstunden eines Minijobs auch auf eine Teilzeitstelle, die besser vergütet wird. Und das gilt auch auf lange Sicht: Minijobber zahlen keine Sozialabgaben, dementsprechend können sie auch keine Rücklagen bilden. Arbeitslosengeld ist problematisch, und in die Rentenkasse wird ebenfalls nicht eingezahlt.

Mädchen Ratgeber

Notlösung!

Minijobs sind also eine absolute Notlösung: Günstig für die Unternehmen, schlecht für verzweifelte Mütter.

Im Zweifelsfall ist da noch die Selbständigkeit

Mütter haben viele Möglichkeiten, zu arbeiten und die Familienkasse aufzubessern oder gar ernsthaft zum Familienunterhalt beizutragen. Allerdings müssen sie dafür gut netzwerken und organisieren können, und sie müssen sich über die Risiken „einfacher“ Lösungen wie dem Minijob oder einer stundenweisen Anstellung klar sein.

Karrierefördernd ist nämlich beides nicht. Für viele Mütter liegt der Schlüssel dann auch in hoher beruflicher Qualifikation, Fortbildungen und Weiterbildungsmaßnahmen während der Elternzeit und anschließend einer entsprechend hochwertigen Stelle oder der Selbständigkeit. Welches das richtige Modell ist, hängt von der Betreuungssituation, dem familiären Umfeld und dem Mut zum Risiko ab.

Titelbild: © istock.com – drz400

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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