Strenge Erziehungsmethoden: Autoritärer Erziehungsstil

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Mutter, die Ihr Kind streng belehrt
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Er zeichnet sich durch hohe und strenge Ansprüche, aber wenig Lob aus: der autoritäre Erziehungsstil. Welche Ziele die pädagogische Richtung hat, welche Rolle Eltern und Kind dabei spielen, und welche gravierenden Folgen strenge Erziehungsmethoden haben können.

Autoritärer Erziehungsstil – was steckt dahinter?

Fakt ist: Die autoritäre Erziehung beherrschte in den vergangenen Jahrhunderten den Umgang mit den Kindern. Sowohl im Kaiserreich als auch zur Zeit des Nationalsozialismus galt es, den Nachwuchs zu Pflicht, Disziplin und zu absolutem Gehorsam zu erziehen.

Um diese Tugenden zu erreichen, beherrschte der autoritäre Erziehungsstil nicht nur öffentliche Bildungseinrichtungen, sondern prägte auch die Erziehung innerhalb der Elternhäuser. Ziel der autoritären Erziehung ist es, die absolute psychologische Kontrolle über das Kind zu erlangen.

Hatten damals politische und gesellschaftliche Faktoren einen großen Einfluss auf das Denken und Handeln der Menschen, gehören strenge Erziehungsmethoden heute meist der Vergangenheit an.

Video: Wie streng darf Erziehung sein ? | SAT.1 Frühstücksfernsehen | TV

Strenge Erziehungsmethoden – die Merkmale

Strenge Hierarchie
Eine streng hierarchische Grundeinstellung, nach der das Kind als Untergebener dem dominanten Erzieher bedingungslos zu gehorchen habe, ist charakteristisch für den autoritären Stil. Sämtliche Aktivitäten werden klar vom „Leiter“ vorgegeben, auch das künftige Handeln und Tun ist nur dem Erzieher bekannt. Eigene Bedürfnisse und Vorstellungen des Kindes finden nur geringfügig Berücksichtigung in der Erziehung. Widerspruch wird nicht geduldet.

Emotionale Distanz
Um bei dieser Form der Erziehung den bedingungslosen Gehorsam und somit langfristige Erfolge verzeichnen zu können, besteht eine hohe emotionale Distanz zwischen Eltern und Kind. Dem besonderen Bedürfnis der Kinder nach Liebe, Geborgenheit und Sicherheit kommt der autoritäre Stil daher in keinster Weise nach.

Belohnungs– und Bestrafungssystem
Die Eltern geben strenge Befehle und arbeiten mit Lob, Einschüchterungen und Drohungen, um ihre Vorgaben durchzusetzen. Der Umgangston in einem autoritären Elternhaus ist rau und kühl. Bei einem „Fehlverhalten“ des Kindes oder einem Regelbruch drohen dem ungehorsamen Kind Maßregelungen und zum Teil harte Strafen. Nicht selten manifestiert sich der autoritäre Erziehungsstil auch durch körperliche Züchtigung.

Autoritäre Erziehung – die Auswirkungen auf das Kind

Grundsätzlich gilt: Obwohl in der Kindererziehung hin und wieder auch autoritäre Elemente notwendig sind, richten strenge Erziehungsmethoden aus pädagogischer Sicht deutlich mehr Schaden an, als dass sie positive Folgen für das Kind mit sich brächten.

Werden Kinder autoritär erzogen, bauen sie schneller Aggressionen auf als Gleichaltrige und lehnen sich später nicht selten ganz demonstrativ gegen jede Form der Autorität auf. Da ihnen die Eltern sämtliche Aktivitäten und Normen diktieren, sind die Kinder auch in ihrer Kreativität und Spontanität stark eingeschränkt.

Ein egozentrisches Sprachverhalten (mein, ich, mir usw.) kann ebenfalls sehr häufig bei autoritär erzogenen Kindern beobachtet werden. So stellen sich die Betroffenen meist in den Vordergrund und wirken besserwisserisch. Der Grund: Die Kids ahmen die Sprechweise und das Verhalten ihrer autoritären Eltern nach!

Gut zu wissen: Betroffene Kinder leiden oftmals unter einem geringen Selbstwertgefühl, sind im späteren Leben extrem unselbstständig und zeichnen sich durch mangelhafte Formen der konstruktiven Konfliktbewältigung aus.

Psychische Leiden wie Zwangsstörungen oder Paranoia können ebenfalls die Folge einer extrem autoritären Erziehung und der damit verbundenen emotionalen Vernachlässigung sein.

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Negative Spätfolgen autoritärer Erziehungsmethoden

Ein autoritärer Erziehungsstil stellt hohe Anforderungen an das Kind und gibt ihm zudem wenig emotionalen Halt. Eine autoritäre Erziehung ist nicht förderlich für die gesunde Entwicklung der Kinder. Denn strenge Regeln und Befehle verwehren diesen nicht nur die Chance, sich frei zu entfalten – die autoritären Methoden machen die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls geradezu unmöglich!

Titelbild: © iStock – oneblink-cj

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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