Smartphone-Sucht bei Kindern und Jugendlichen

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Smartphone Sucht bei Kindern und Jugendlichen
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Gewiss hat jeder schon einmal eine derartige Situation beobachtet. Einige Kinder oder Jugendliche sitzen an der Bushaltestelle, jeder hält ein Smartphone in der Hand und der einzige Satz der gewechselt wird ist „Ich schick es dir!“. Dass das „Liken“ süchtig machen kann, ist den jungen Nutzern jedoch meist nicht bewusst.

Die neue Währung: „Gefällt mir“

Je mehr positive Resonanzen der Mensch bekommt, desto mehr schmeichelt dies seinem Selbstbewusstsein. Kinder und Jugendliche machen hierbei keine Ausnahme. Im Gegenteil. Das Gefühl gemocht zu werden ist gerade während der Pubertät von enormer Bedeutung. Was Freunde sagen, denken oder meinen wird als weitaus bedeutsamer angesehen, als die Einstellungen und Ansichten der Eltern.

Wird ein Like unter das Posting bei Facebook oder bei anderen sozialen Netzwerken gesetzt, durchrieseln den Körper Glückshormone. Diese Endorphine-Ausschüttung ist etwas völlig natürliches und geschieht bei jedweder Art von Belohnung. Da es aber bei einem Smartphone alle Nase lang brummt, blinkt und bimmelt verlangt das Gehirn irgendwann zwingend nach diesem stimulierenden Hormon.

Der Benutzter wird süchtig nach Anerkennung und Beliebtheit, die ihm oder ihr ja via Mobiltelefon mitgeteilt wird. Auch gilt unter der jungen Generation mittlerweile ein nicht umgehend kommentiertes Posting als Zeichen von Arroganz. Dementsprechende Reaktionen und Kommentare muss der Netz-Abstinenzler anschließend über sich ergehen lassen.

Video: Smartphone-Sucht – Wie viele Stunden verbringt man damit?

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Surfen, chatten, downloaden: Reizüberflutung für Kinder und Jugendliche

Das permanente Erreichbarsein und der Zwang dazu, immer genau zu wissen was die Freunde machen, lenkt von wichtigen Aufgaben ab. Wer das Smartphone nie wirklich aus der Hand legt und ständig damit herumspielt kann sich nicht mehr auf die Schule, ein Gespräch innerhalb der Familie oder den Freizeitsport konzentrieren. Deutlich wird dies daran, dass Kinder, die einen exzessiven Smartphone-Konsum pflegen in ihren schulischen Leistungen extrem absacken.

Der Versuch, alles gleichzeitig zu machen, sprich sich im Multitasking zu üben macht letztendlich langsamer. Alles wird nur mehr halb, aber nichts mehr mit voller Aufmerksamkeit erledigt. Zu viele Einflüsse lähmen den Geist und lassen das Gefühl aufkeimen, permanent etwas zu versäumen. Eine fatale Entwicklung in Sachen HausaufgabeSmartphone Sucht bei Jugendlichenn und Klausuren. Auch soziale Kontakte und analoge Freundschaften brechen ab oder werden nun hauptsächlich per Internet unterhalten – nur mehr die digitalen Bande zählen für die Kinder.

Dabei kennen die wenigsten jeden ihrer 500 Facebook-Freunde persönlich. Die Folgen einer Smartphone-Sucht liegen deshalb vor allem im sozialen Umgang mit anderen Menschen. Der verbale Austausch innerhalb der Familie leidet und vormals betriebenen Hobbys wird nicht mehr nachgegangen.

Die Eltern als Vorbilder – Smartphone-freie Zonen schaffen

Sitzt die versammelte Familie um den Esstisch herum und halten Mama und Papa dennoch Smartphones in Händen, braucht es sie nicht zu wundern wenn die Sprösslinge ähnliche Verhaltensmuster aufweisen. Viele Eltern haben die neuen Medien auch als Babysitter begriffen und lassen Kinder und Teenager gewähren, so lange sie sich nur ruhig beschäftigen. Das Suchtpotenzial liegt in diesen Fällen natürlich überdurchschnittlich hoch. Doch auch in eigentlich wenig von High-Tech-Geräten dominierten Familien treten vermehrt typische Suchtmerkmale auf.

Mädchen Ratgeber
Diesem Trend kann entgegengewirkt werden indem klare Regeln für die Benutzung des heißgeliebten Smartphones ausgehandelt wurden. Bei Tisch beispielsweise haben diese nichts verloren; auch können Mütter und Väter verlangen, dass das Mobiltelefon zu bestimmten Zeiten ausgeschaltet wird.Während der Bearbeitung der Hausaufgaben, beim Spieleabend im heimischen Wohnzimmer oder auch auf gemeinsamen Ausflügen sind sie gänzlich fehl am Platz. Selbstverständlich muss aber dann auch das elterliche Exemplar offline sein und bestenfalls eine Ruhepause in der Schublade genießen.

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Titelbild: © Kostenko Maxim – shutterstock.com
Textbild: © nenetus – shutterstock.com

 

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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