Introvertierte Kinder: Was tun, wenn sie sich im Unterricht nicht melden

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Schon in der frühesten Kindheit entwickelt jeder Mensch seine ganz eigenen Charakterzüge. Einige Kinder sind extrovertiert und stehen gerne im Mittelpunkt, andere bleiben lieber für sich. Doch was können Eltern tun, wenn das eigene Kind aufgrund der extrovertierten Art sich nicht aktiv am Unterricht beteiligt?

Die Minderheit: Introvertierte Kinder

Laut Schätzungen sind 75 Prozent der Menschen extrovertiert. Das bedeutet, dass sich die sogenannten Intros in der Unterzahl befinden und sich in der Welt extrovertierter Menschen zurechtfinden müssen. Sie bleiben gern unter sich und bevorzugen es, alles etwas ruhiger anzugehen. Das ist der Grund dafür, weshalb sich die Intros häufig nicht von Lehrern und Mitschülern verstanden fühlen. In der heutigen Gesellschaft ist es wichtig, sich offensiv zu verhalten, sich zu verkaufen und vor allem sich zu profilieren. Introvertierte Menschen sind zwar grundsätzlich dazu in der Lage, jedoch gehören diese Attribute nicht unbedingt zu ihren Stärken.

Eltern stehen in solchen Fällen ratlos daneben und wissen oft nicht, wie sie ihr Kind dazu motivieren können, sich extrovertierter zu verhalten und im Unterricht mitzuwirken. Der wichtigste Schritt in eine bessere Richtung ist das Anerkennen der Persönlichkeit. Erst wenn den Eltern und vor allem dem Kind klar wird, dass es ein Intro ist, können die vermeintlichen Schwächen als Stärken genutzt werden. Denn ein Introvertiertes Kind besitzt die Fähigkeit sich permanent in Frage zu stellen, was letztendlich auch den Drang nach Weiterentwicklung auslöst.

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Was Eltern tun können

Um die vorhandenen Stärken besser nutzen zu können, brauchen introvertierte Kinder sehr viel Raum, um sich und die eigenen Fähigkeiten entfalten zu können. Hier können entsprechende Spielzeuge, Kurse und Vereinsmitgliedsschaften bei der Weiterentwicklung helfen. Hier sollten sich Eltern vor Augen führen, dass die Weiterentwicklung für introvertierte Kinder einen noch höheren Stellenwert hat. Das liegt daran, dass sich ein Intro mehr damit beschäftigt und dies als eine Art Hobby ansieht, welchem es sehr viel Zeit widmet. Aber natürlich darf sich auch ein introvertiertes Kind nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Auch wenn der Stolz auf die eigenen Leistungen vorhanden ist, bedeutet das nicht, dass das Kind nicht an seinen Schwächen arbeiten muss und die Introversion als Ausrede nutzt.

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Übung macht den Meister

Hier heißt es: Übung macht den Meister. Wenn das Kind beispielsweise nicht in der Lage ist einen Vortrag zu halten, sollte diese Schwäche so lange geübt werden, bis es klappt. Schwierig wird es für die Eltern dabei, die richtige Balance zu finden. Denn gerade in fordernden Übungsphasen müssen Eltern besonders darauf achten, dass Kind nicht in seiner Weiterentwicklung einzuschränken oder sogar unter Druck zu setzen.

Die Interessen des Kindes fördern

Druck ist das Letzte, was introvertierte Kinder gebrauchen können. Eltern sollten sich deshalb vor Augen führen, dass das „Anschieben“ des Kindes dazu führen kann, dass es sich verschließt oder sogar resigniert. Viele Intros bevorzugen den Kontakt mit Tieren. Sollte das der Fall sein, ist es ratsam das Kind die Verantwortung für ein Haustier übernehmen zu lassen. Haustiere brauchen viel Zuwendung und belohnen das Kind dafür mit viel Liebe. Wichtig ist, dass der soziale Kontakt nicht vernachlässigt wird. Deshalb ist es ratsam, das Kind zum Beispiel in einem Verein oder einer Sportgruppe anzumelden. Wichtig ist, dass die Interessen des Kindes im Vorfeld ganz genau analysiert werden.

Schließlich bringt der beste Fußballverein nichts, wenn das Kind lieber Hockey spielt. Hier brauchen Eltern sehr viel Geduld, da es sein kann dass sich das Kind nicht sofort gegenüber seinen „Kameraden“ öffnet. Nach einer Weile kommen die Gespräche von ganz allein ins Rollen, weshalb das Kind auch hier nicht „geschoben“ werden sollte.

Intros sinnvoll unterstützen

Introvertierte Kinder sind zwar in der Unterzahl, verfügen aber auch über besondere Stärken. Diese müssen sinnvoll genutzt und die Interessen des Kindes gefördert werden. So lange auf Druck verzichtet und viel Geduld aufgebracht wird, steht der Weiterentwicklung des Kindes nichts im Wege.

Titelbild: © istock.com – DGLimages

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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