Frühe Fremdbetreuung: Ab wann kann ich mein Kind einem Babysitter anvertrauen?

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Mädchen und Babysitterin begrüßen sich
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Um mal einen entspannten Abend zu verbringen oder eine Unternehmung zu zweit zu machen, lassen viele Eltern ihr Kind von einem Babysitter betreuen. Das hat natürlich seine Vorteile – dennoch fragen sich viele Eltern, ab welchem Alter diese Form der Fremdbetreuung für das Kind gesund ist.

Welche Vorteile bietet die Fremdbetreuung für das Kind?

Dass ein Babysitter für die Eltern hin und wieder sehr entspannend sein kann, liegt auf der Hand. Doch eine frühe und vor allem eine zu frühe Fremdbetreuung können sich auch auf das Kind auswirken – sowohl positiv als auch negativ.

Zu den positiven Konsequenzen gehört definitiv, dass die Kinder lernen, auch ohne die Eltern Zeit zu verbringen. Sie werden bereits sehr früh etwas selbstständiger. Zudem ergaben Studien, dass Kinder, die schon früh an einen Babysitter oder in die Kita gegeben wurden, anderen Kindern in der kognitiven Entwicklung einige Monate voraus sind. Sie können Gegenstände und Personen der eigenen Umgebung also besser erkennen und erfassen. Ein Babysitter als außerfamiliärer Reiz kann also auch schon bei Babys einen wichtigen Schritt zur Entwicklung beitragen.

Mögliche Nachteile zu früher Fremdbetreuung

Allerdings kann die Fremdbetreuung natürlich auch Nachteile nach sich ziehen. Vor allem dann, wenn das Kind zu früh in die Hände einer fremden Person gegeben wird, kann sich das negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken: In der NICHD-Studie wurden bei fremdbetreuten Kindern zum Beispiel eine erhöhte Aggressivität festgestellt. Kinder, die früh durch einen Babysitter fremdbetreut werden, sind damit in vielen Fällen zwar:

  • unabhängiger und kognitiv weiter entwickelt,
  • aber auch übermütiger, stürmischer und aggressiver.
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Einige Studien schlussfolgern auch, dass eine zu frühe Fremdbetreuung und die damit verbundene Trennung von den Eltern eine negative Auswirkung auf die Bindung zwischen Eltern und Kind hat. Dies ist allerdings meistens nur der Fall, wenn das Kind bereits aus instabilen familiären Verhältnissen stammt.

Wann ist es noch zu früh, das Kind in die Fremdbetreuung zu geben?

Für viele Eltern stellt sich darüber hinaus nicht nur die grundlegende Frage nach den Vor- und Nachteilen eines Babysitters, sondern auch, ab welchem Alter die Fremdbetreuung in Ordnung ist. Schließlich wollen Störungen in der Entwicklung durch zu frühe Fremdbetreuung vermieden werden!

Grundsätzlich ist diese Frage individuell von den jeweiligen Familien abhängig. Während sich die einen bis zur Grundschule kaum von den Sprösslingen trennen können, denken andere schon nach wenigen Wochen über einen Babysitter nach. Prinzipiell sollte das getan werden, was Eltern und Kind gut tut: Weint das Kind während der Fremdbetreuung durchgehend, ist es sinnvoller, noch etwas zu warten. Zudem sollte vor allem der Mutter und dem Kind nach der Geburt ausreichend Zeit gegeben werden, eine Bindung aufzubauen.

Wenn sich Eltern für eine Fremdbetreuung entscheiden sollte die Zeit, in der das Kind abgegeben wird, langsam gesteigert werden, um das Baby oder Kind an den neuen Umgang zu gewöhnen.

Video: Monika Wertfein: Kinderbetreuung: Was brauchen Kinder?

Individuelle Lösungen finden

Wichtig ist bei der Fremdbetreuung also vor allem, dass es dem Kind gut geht. Wer auf die Bedürfnisse des Babys achtet, findet den richtigen Zeitpunkt, um eine Betreuung durch eine andere Person zu initiieren. Dabei ist es sinnvoll, mit kürzeren Betreuungsphasen zu beginnen und diese stetig zu verlängern, um das Kind sanft an die neuen Reize zu gewöhnen.

Titelbild: ©istock – LuckyBusiness

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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