3 Tipps: Scheidung friedlich und harmonisch für alle gestalten

0
Haus welches Scheidung widerspiegelt
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertunge(n), Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Eine Scheidung ist für alle Beteiligten emotional belastend. Dennoch kann das offizielle Ende der Ehe auch friedlich und gütlich verlaufen.

Gehen Sie respektvoll miteinander um

Die wohl wichtigste Regel, die bei einer Scheidung gilt: Lassen Sie sich nicht von ihren Emotionen überwältigen, sondern versuchen Sie eine einvernehmliche Lösung zu finden. Eine Scheidung ist für keinen der Beteiligten leicht, auch wenn man es der Gegenseite vielleicht nicht anmerkt.

Umso wichtiger ist es, jetzt einen kühlen Kopf zu behalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Um sich auf das anschließende Scheidungsverfahren vorbereiten zu können, sollten sich beide Eheleute die Zeit dafür nehmen, das Ende ihrer Ehe zu verarbeiten. Es sollten sich alle Teile einander gegenüber fair verhalten.

Dies kann selbstverständlich je nach Gründen des Scheiterns der Ehe für beide Teile eine große Herausforderung darstellen, insbesondere wenn aus der Ehe Kinder hervorgegangen oder Kinder mit in die Ehe gebracht worden sind.

Um mögliche Konfliktfelder zu vermeiden, können die Ehepartner eine Trennungsfolgenvereinbarung miteinander schließen. Dabei handelt es sich um einen Vertrag, der die Folgesachen der Trennung vor der rechtskräftigen Scheidung regeln soll.

Auch interessant: Streit mit dem Partner: Wie viel Streit ist normal in einer Beziehung?

Klären Sie das Wichtigste vorab

Bis der Scheidungsantrag Aussicht auf Erfolg hat, muss das sog. Trennungsjahr ablaufen. Erst dann wird das unwiderlegbare Scheitern der Ehe nach § 1566 Abs. 1 BGB vermutet. Nutzen Sie die Zeit, um sich über die wichtigsten Folgen klar zu werden und diese mit ihrem Ex-Partner schon mal zu besprechen. Dazu gehören Fragen bezüglich

  • Trennungs- und Ehegattenunterhalt,
  • Sorge- und Umgangsrecht,
  • Aufteilung des Hausrats,
  • Übernahme der Ehewohnung.

Bei größerem Vermögen oder komplizierteren Folgefragen können Sie auch vorab eine Scheidungsfolgenvereinbarung vereinbaren. Es kann Ihnen viel Zeit ersparen, wenn die Scheidungsfolgen nicht erst im Termin verhandelt werden.

Eine Scheidungsfolgenvereinbarung kann entweder nachfolgend oder separat von einer Trennungsfolgenvereinbarung geschlossen werden und unterliegt dem Formzwang.

Ganz gleich, ob Sie eine solche Vereinbarung treffen möchten oder nicht, ist anzuraten, einen Rechtsanwalt für Familienrecht aufzusuchen.

Ein Rechtsanwalt wird ohnehin spätestens zur Einreichung des Scheidungsantrags benötigt.

Wohnen Sie beispielsweise im Bundesland Bayern ist es nicht unbedingt ausschlaggebend ob ihr Rechtsanwalt für Familienrecht in Dachau beheimatet ist oder im Stadtzentraum Münchens.

Der Standort muss nicht immer der ausschlaggebende Punkte für die Wahl des Dienstleisters sein. Informieren Sie sich daher immer vorher im Internet über die für den spezifischen Fall wichtigsten Kriterien, die der Rechtsanwalt erfüllen muss.

Auch interessant: Scheidung – Tipps zur Vereinfachung, Ratschläge für Betroffene

Reduzieren Sie die Kosten

Selbst, wenn es viele strittige Punkte geben mag. Alle Beteiligten sind sich normalerweise einig, dass die Kosten zu niedrig wie möglich gehalten werden sollen. Für ein Scheidungsverfahren sind mit Gerichtskosten, Rechtsanwaltsgebühren und gegebenenfalls auch Sachverständigenkosten zu rechnen, falls beispielsweise der Wert eines Hauses bestimmt werden muss.

Um Kosten zu sparen, gibt es verschiedeneMöglichkeiten. Sollte es sich um eine einvernehmliche Scheidung handeln, bei der es nur wenige Scheidungsfolgefragen zu klären gibt, können sich beide Ehepartner auf einen Rechtsanwalt verständigen. Vor dem Familiengericht bedarf es nämlich nur eines Rechtsanwalts, der den Scheidungsantrag stellt.

Der Antragsgegner braucht keinen Prozessbevollmächtigten um dem Scheidungsantrag zuzustimmen. Die Rechtsanwaltsgebühren können sich beide Parteien später teilen. Eine einvernehmliche Scheidung führt außerdem zu einem niedrigeren Verfahrenswert, der sich wiederum auf die Gerichtskosten auswirkt.

Allerdings darf der Rechtsanwalt nur eine Partei beraten. Deswegen sollte dieser Weg nur gewählt werden, wenn beide Ex-Partner noch ausreichend Vertrauen zueinander haben und keine komplizierten Fragen zu erörtern sind.

Mädchen Ratgeber

So verläuft die Scheidung harmonisch

Seien Sie fair zueinander. Klären Sie die Scheidungsfolgen bereits vorab. Möglicherweise ist eine Scheidungsfolgenvereinbarung für Sie und Ihren Ex-Partner vorteilhaft. Reduzieren Sie im gemeinsamen Sinne die Kosten, indem Sie sich einvernehmlich scheiden lassen. Gegebenenfalls können Sie sich darauf festlegen, dass nur ein Rechtsanwalt hinzugezogen wird. Wenn Sie diese Hinweise beherzigen, werden Sie Ihre Scheidung pragmatisch und friedlich bewältigen.

Titelbild: ©iStock – adrian825

 

Über den Autor

Avatar

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

Keine Kommentare