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Wendepunkte: Pubertät trifft auf Wechseljahre

Das Klimakterium, umgangssprachlich die Wechseljahre, sind ein natürlicher Prozess im Leben einer Frau, der neue, aber auch alte Herausforderungen mit sich bringt. Denn diese Lebensphase ist wie eine zweite Pubertät. Viele Frauen erleben die Wechseljahre als befreiende Zeit, in der sie sich und ihren Körper neu entdecken. Aber was, wenn gleichzeitig die Kinder in die Pubertät kommen und bei Mutter und Teenagern die Hormone verrücktspielen?

Wann beginnen die Wechseljahre?

In welchem Alter die Wechseljahre beginnen, ist von Frau zu Frau verschieden. Bei manchen beginnen sie mit 40 Jahren, bei anderen erst mit 56. Das Einsetzen des Klimakteriums macht sich dadurch bemerkbar, dass der Körper weniger Östrogen und Gestagen produziert, bis die letzte Regelblutung, die Menopause, einsetzt. Bei Männern gibt es ein vergleichbares Phänomen, die sogenannte Andropause, die ähnliche Symptome mit sich bringt.

Hormonumstellung hat auch positive Auswirkungen

Manche Frauen haben gar keine Beschwerden und werden sogar positiv überrascht: Sie berichten von einer neuen Weiblichkeit und gesteigerter sexueller Lust. Bei anderen äußert sich die Menopause in Form von

  • Hitzewallungen,
  • Schweißausbrüchen,
  • Blasenschwäche
  • und Stimmungsschwankungen.

Wer als Frau mit diesen Nebenwirkungen zu kämpfen hat, muss sich jedoch keineswegs von irgendetwas abhalten lassen: Gegen Blasenschwäche in den Wechseljahren beispielsweise helfen verschiedene Maßnahmen: So stärkt Beckenbodengymnastik die Muskulatur, während eine Östrogenbehandlung – diese sollte nur nach Absprache mit dem Arzt erfolgen – dazu beiträgt, dass Frauen gut durch die Wechseljahre kommen.

Pubertät: Geschlechtsreife äußert sich bei jedem Kind anders

Ähnlich unterschiedlich sind die Symptome beim Einsetzen der Pubertät durch die Umstellung der Hormone Östrogen und Androgen: Manche Kinder sind mit dem Beginn der Geschlechtsreife früher und manche später dran; die einen bekommen Pickel und sind launisch, bei den anderen sind die Veränderungen nur körperlicher Art. Für viele Eltern ist vor allem die Pubertät von Mädchen zwischen dem zehnten und 18. Lebensjahr anstrengend. Bei ihnen ist oft Zickenalarm angesagt: Die Eltern sind doof, die Schule nervt, soziale Netzwerke, Schminke und Partys sind überlebenswichtig.

Video: Mütter und Töchter – Pubertät trifft Wechseljahre – Menschen hautnah

Wenn beide Hormonwelten aufeinandertreffen: Tipps für Mütter und Teenager

Während der Östrogenspiegel in der Pubertät steigt, sinkt er in den Wechseljahren. Wenn die Mutter in den Wechseljahren und die Tochter in der Pubertät ist, kann dieser Kontrast – zusätzlich zu den unterschiedlichen Vorstellungen vom Familienleben – durchaus zu Auseinandersetzungen führen.

Wie also am besten mit der Situation umgehen? Eltern sollten sich zunächst immer bewusst machen: Pubertierende Teenager sagen oft nicht das, was sie wirklich meinen und wünschen sich meist nur mehr Zeit mit ihren Freunden, statt brav mit der Familie am Esstisch zu sitzen. Sich gegenseitig Auszeiten voneinander zu nehmen und zur Entspannung zu nutzen, tut Töchtern und Müttern gleichermaßen gut, da beide damit beschäftigt sind, ihre Weiblichkeit (neu) zu entdecken.

Die Privatsphäre der Jugendlichen zu akzeptieren, bedeutet jedoch nicht, die Erziehung zu vernachlässigen: Miteinander über eventuell auftretende Probleme zu sprechen und Toleranz zu zeigen, wenn es um die Entscheidung wichtiger Familienangelegenheiten geht, fördert ein gutes Verhältnis der Eltern zu ihren Sprösslingen. Denn viele Schwierigkeiten entstehen erst dadurch, weil die Jugendlichen das Gefühl haben, dass ihnen niemand richtig zuhört oder weil sich Geschwister in unterschiedlichem Tempo entwickeln.

Familien- und Beratungsstellen können unterstützen

Pädagogen empfehlen zudem, die Regeln nach dem Entwicklungsstand und nicht nach dem Alter des Kindes festzulegen. Und wenn die Mutter sich in den Wechseljahren gelegentlich nicht fit fühlt, kann in den meisten Fällen der Papa einspringen. Eltern und alleinerziehende Mütter und Väter, die die Probleme mit ihrem Nachwuchs nicht lösen können, haben die Möglichkeit, sich von erfahrenen Pädagogen in Familien- und Erziehungsberatungsstellen wie der Caritas und Pro Familia beim Umgang mit ihren Kindern helfen zu lassen.

Fazit

Verzweifeln muss niemand: Die Pubertät und die Wechseljahre sind natürliche Phasen im Leben einer Frau – und die haben schon viele Familien gut überstanden.

Titelbild: © istock.com – Kikovic

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Michaela Lieber :Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.