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Vom Kind zur Frau: Der erste Frauenarzt-Besuch

Frühestens wenn die Periode einsetzt, spätestens wenn die junge Damen die Pille nehmen möchte, steht der erste Termin beim Gynäkologen auf der Agenda. Dieser ist weder schmerzhaft noch peinlich – dennoch repräsentiert er für die Teenager eine große Hürde.

Terminabsprache und die Frage nach der Begleitung

Bestenfalls kann die Mama, Schwester oder beste Freundin einen Tipp geben, welcher Frauenarzt, welche Frauenärztin sich für den ersten Besuch eignet. Die Patientin sollte sich vorab überlegen, ob sie lieber zu einer Frau oder einem Mann gehen möchte. Vielen erscheint der Umgang mit einer weiblichen Person weniger unangenehm, andere fühlen sich hingegen bei einem männlichen Arzt besser aufgehoben – Ansichtssache.

Bevor der Anruf in der Praxis erfolgt, muss nachgerechnet werden, wann die nächste Regelblutung ungefähr einsetzen wird. Während der ersten beiden Periodentage, sprich wenn der Monatsfluss stärker ist, kann nämlich der Krebsabstrich nicht gemacht werden. Leidet die junge Frau allerdings unter Brennen, Juckreiz oder einer ungewöhnlich schmerzhaften Regelblutung, braucht sie nicht zu warten, bis die Periode vorüber ist – dann besteht akuter Handlungsbedarf.

Die Vorstellung, alleine im Wartezimmer zu sitzen, macht vielen Angst. Besser ist es da die Freundin, den Partner oder die Mama mitzunehmen.

Gute Vorbereitung ist da A und O

Rückt der Termin beim Frauenarzt näher, kann es nicht schaden, sich einen Spickzettel zu schreiben. Der Gynäkologe oder die Gynäkologin fragt bei jedem Arztbesuch gewisse Dinge ab. Vor lauter Aufregung dann alles zu vergessen, passiert mit dieser Gedächtnisstütze nicht mehr. Auf dem Zettel muss vermerkt sein:

Um es sich selbst so angenehm als möglich zu machen, gilt es die Kleiderwahl geschickt zu treffen. Zwar muss sich beim Frauenarzt nicht komplett ausgezogen werden, doch für den Untersuchungsstuhl schlüpfen die Patientinnen aus den Schuhen und sämtlichen Hosen. Ein langes, weites T-Shirt oder ein ebensolcher Pullover gleicht die fehlende Beinbekleidung aus.

Video: Der erste Termin beim Frauenarzt – Dr. Verena Breitenbach

Die Untersuchung: alles halb so wild!

Bevor der Arzt oder die Ärztin die Patientin auf den Untersuchungsstuhl bittet, erfolgt ein ausführliches Gespräch. Dabei erklärt er oder sie den weiteren Ablauf des Termins. Manche Mediziner untersuchen zuerst die Brust, andere beginnen mit der vaginalen Diagnostik. Dies ist individuell unterschiedlich. Für die Brustabtastung hat die Patientin T-Shirt und BH auszuziehen. Die Hosen bleiben an! Die Brüste und das Areal bis unter die Achseln werden auf mögliche Knoten hin untersucht. Auch erklärt der Arzt ausführlich, wie die Patientin eigenhändig Veränderungen feststellen kann.


Danach darf sich oben herum wieder angezogen und aus den Hosen geschlüpft werden. Zunächst guckt der Arzt nach, ob die äußeren Schamlippen und der Scheideneingang keine Auffälligkeiten aufweisen. Dann dringt er oder sie mit zwei Fingern in die Scheide ein und legt die anderen Hand auf den Unterbauch. So werden die Eierstöcke ertastet. Danach erfolgt noch kurz mit einem großen Wattestäbchen der Krebsabstrich am Gebärmutterhals und schon ist die Untersuchung abgeschlossen.

Unangenehm aber schnell vorüber

Klar, vor einem fremden Menschen die Hosen herunterzulassen, gefällt niemandem. Weil aber die Prozedur selten länger als zwei bis drei Minuten dauert und darüber hinaus völlig schmerzfrei ist, werden sich die Neupatientinnen rasch daran gewöhnen. Nach ein paar Jahren fragt sich jede Frau, wovor sie beim ersten Termin eigentlich Angst hatte.

Titelbild: © istock.com – JackF

Impressum
Michaela Lieber :Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.