Spielsucht – Wo ist sie heutzutage vertreten?

0
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertunge(n), Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Glücksspiele sind eigentlich recht unterhaltsam. Einfache Spielregeln, die kaum Können verlangen, sorgen für Kurzweil. Das Schicksal ein wenig herausfordern, sich über den Zufall amüsieren, was kann daran schon verwerflich sein? Nichts, eigentlich. Wäre da nicht die Gefahr, dass aus dem Spiel Ernst wird.

Spaßiger Zeitvertreib oder ernsthafte Gefährdung?

Früher waren es Kartenspiele, seltener Brettspiele, die die Menschen in ihren Bann oben und sie dazu brachten, um Geld zu spielen. Black Jack, Poker, Schafskopf, Doppelkopf, Skat und andere Kartenspiele sind den meisten Erwachsenen nicht zuletzt aus der Zeit ihres Wehrdienstes bekannt.

Gespielt wurde nicht grundsätzlich um Geld: Bei Kindern sind es Bonbons, Murmeln oder Sticker, später ist der Einsatz eine Flasche Bier, eine Zigarette, vielleicht ein paar Münzen wert. Mehr nicht. Erst dann, wenn es um höhere Geldbeträge geht, redet man von Spielsucht und sieht die Gefahren des Spiels. Aber ist Spielen wirklich erst dann gefährlich?

Vom Hinterzimmer ins Casino

Roulette, Karten und Würfel – das sind die Glücksspiele der Casinos. Aus Filmen wie beispielsweise denen der James Bond Reihe hat man ein Bild von zurückhaltenden Menschen, die in teurer Garderobe Geld in Plastikchips tauscht, um dann in gepflegter Runde am Roulettetisch einem französischsprachigen Bediensteten zu folgen. Die Realität sieht anders aus. Spielhallen, so die deutsche Bezeichnung, sind oft von Automaten dominiert, die auf Verlust programmiert wurden.

Gestartet werden sie mit einem oder zwei Euro, der Einsatz scheint nie wirklich hoch, aber irgendwie gewinnt man auch nie. Und wenn doch, dann sind die Beträge so klein, dass sie gegenüber dem stundenlangen Einsatz nicht ins Gewicht fallen. Aber auch die Spielhalle ist nicht mehr up-to-date, heutzutage wird die Spielsucht eher im online Casino ausgelebt.

Seriöse Casinos sind als solche ausgewiesen: Sie dürfen legal Glücksspiele anbieten. Geprüft wird, ob die Spielabwicklung mit rechten Dingen zugeht, alles fair abgehandelt wird und Gewinne auch tatsächlich ausgezahlt werden. Die Glücksspiel Lizenz beinhaltet auch, dass sich die Casinos in der Spielsucht Prävention hervortun und höchsten Datenschutzbestimmungen genügen.

Video: REPORTAGE – Spielsucht statt Spielspaß

Im Netz ist alles möglich

Soweit zumindest die Theorie. Neben den echten Profis die sich beim Pokerspielen eine goldene Nase verdienen, gibt es natürlich auch diese Gamer die sich durch das spielen im Netz ihr eigenes Studium finanzieren können. Natürlich passiert dies eher selten, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Selbst seriöse online Casinos sind gar nicht darauf ausgelegt, dass sich Spieler regelmäßig, dauerhaft und ausgiebig bereichern können.

Casinos sind generell gewinnorientiert, auch in der online Variante. Demnach muss es neben den Gewinnern auch eine Anzahl an Verlierern geben damit sich die Wirtschaftsunternehmen am Ende überhaupt rechnen.

Ob man kurzfristig eine Gewinnchance hat, hängt vom Spiel ab. Bei fairen Spielen kommt es immer wieder vor, dass Spieler/-innen wiederholt gewinnen (und eben auch ab und an wiederholt verlieren). Ganz unabhängig vom Zufall kontrollieren Institutionen wie der TÜV und verschiedene andere Einrichtungen, ob die Technik hinter den Spielen stimmt. Also zeigt ein seriöses Online Casino die entsprechenden Prüfsiegel vor, und kann deswegen sicher und bedenkenlos genutzt werden.

Mädchen Ratgeber

Es muss ein Spiel bleiben

Wer wiederholt spielt, Geld verliert oder gewinnt, ist deshalb noch lange nicht süchtig. Die Spielsucht ist seit Anfang 2001 eine von den Krankenkassen anerkannte rehabilitationsbedürftige Krankheit, muss also behandelt werden. Erkannt wird die Sucht in der Regel vom Umfeld, selten von den Betroffenen selbst.

Wer das Spiel immer wichtiger nimmt, andere Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens zunehmend vernachlässigt, seine Einsätze immer wieder steigert und dazu noch unzuverlässig und gereizt wirkt, läuft schon Gefahr, eine Sucht zu entwickeln. Hilfe gibt es sowohl anonym als auch individuell und direkt, im Netz und bei anerkannten Suchtpräventionsstellen.

Titelbild: © istock.com – cyano66

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

Keine Kommentare