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Erste Hilfe am Kind: Worauf gilt es zu achten

Ein Kind bewusst- oder leblos auf dem Boden liegend vorzufinden, ist eine der schlimmsten Situationen, die sich Erwachsene vorstellen können. Damit Eltern, Erzieher, Lehrer, ältere Geschwister  oder andere Anwesende dennoch darauf vorbereitet sind, gilt es die folgenden Hinweise zu beachten.

Aufgaben verteilen und rational handeln

Finden Eltern ihr Kind bewusstlos im Bettchen oder auf dem Wohnzimmerteppich liegend, muss zunächst versucht werden, es anzusprechen. Dabei das Kind anfassen, anstupsen und gerne auch anschreien, nur: ja nicht schütteln! Gerade bei Babys kann das unkontrollierte Hin- und Herbaumeln des Kopfes zu schweren Verletzungen führen. Erfolgt keinerlei Reaktion, beginnt die tatsächliche Erste Hilfe am Kind. Falls zwei Personen vor Ort sein sollten, greift einer von beiden sofort zum Telefonhörer und verständigt den Notarzt. Der andere bleibt permanent an der Seite des kleinen Patienten.

Ist niemand zugegen und findet die Oma, die Cousine oder der Onkel das Kleine alleine auf, wird zunächst eine Minute die erste Hilfe am Kind geleistet. Erst im Anschluss ist der Notruf abzusetzen. Wer in der glücklichen Lage ist, gemeinsam mit zwei oder mehr Personen die Hilfsmaßnahmen durchführen zu können, sollte sich immer wieder abwechseln. Jemanden zu beatmen oder eine Herzdruckmassage vorzunehmen ist körperlich sehr anstrengend. Arbeitsteilung hilft ungemein!

Reanimation: nur keine Angst!

Um festzustellen, ob denn die kleinen Lungen sich noch selbstständig mit Luft füllen, sind folgende Schritte einzuhalten:

1. Den Patienten auf einen festen Untergrund (Boden, Tisch) legen.
2. Mit der Wange über die Nase und den Mund gehen, um eventuelle Atemluft zu erfühlen.
3. Richtung Brustkorb blicken und sehen, ob dieser sich noch hebt und senkt.


Ist nach zehn Sekunden keine Atemtätigkeit mehr festzustellen, beginnt sogleich die Reanimation. Dazu den Kopf ein wenig nach hinten strecken. Den Schädel in die eine Hand nehmen, dass Kinn mit zwei Fingern der anderen Hand stabil halten. Bei kleinen Kindern Nase und Mund gleichzeitig in den eigenen Mund nehmen und zweimal moderat in den Körper hineinatmen. Nicht zu viel Druck verwenden. Dann mit den Fingern das Brustbein suchen und knapp darunter 30 Mal in Folge und ohne Unterbrechung drücken. Anschließend wird wieder zweimal beatmet. Diese Tätigkeit solange fortsetzen bis das Kind zu sich kommt, oder der Notarzt eintrifft.

Altersentsprechendes Handeln: Säugling vs. Schulkind

Die erste Hilfe am Kind muss sich natürlich an den körperlichen Gegebenheiten desselben orientieren.
Wird beispielsweise ein Säugling beatmet, reichen zwei leichte Luftstöße völlig aus. Handelt es sich um eine Vierjährige oder einen Zehnjährigen, darf es jeweils etwas mehr Luft sein. Erwachsene brauchen sich aber nicht zu ängstigen: je kleiner der Patient, desto sanfter geht der Mensch auch automatisch damit um. In Sachen Herzdruckmassage gilt dies ebenso. Bei einem Schulkind kann ruhig, wie bei einem Erwachsenen üblich, mit der kompletten Hand massiert werden. Beim Säugling wäre diese Vorgehensweise schon rein platztechnisch nicht möglich.
Deshalb muss vom Ersthelfer die Druckfläche reduziert werden. Ein bis zwei Finger reichen aus, um das kleine Herzchen wieder zum Schlagen zu bringen. Sollte im Eifer des Gefechts zu stark gedrückt worden sein, kein Problem! Eine gebrochene Rippe ist weniger gesundheitsgefährdend als ein Herzstillstand.

Alles besser als Nichtstun!

Die erste Hilfe am Kind unterscheidet sich nicht signifikant von der Rettung Erwachsener. Wer möglichst ruhig vorgeht, die Körpergröße in die Handlungsentscheidungen miteinbezieht und beim Notruf solange am Hörer bleibt, bis die Leitstelle sich verabschiedet, hat alles richtig gemacht!

Titelbild: istock©-Mihajlo Maricic

Impressum
Michaela Lieber :Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.