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Aufklärung: So gehen Sie das Thema richtig an

Die Sprösslinge aufzuklären, ist elterliche Pflicht. Auch wenn Kinder durch Freunde und vor allem das Internet heutzutage häufiger mit dem Thema Sexualität in Berührung kommen, erspart dies Müttern und Vätern nicht, mit ihren Kindern ausführlich und offen darüber zu sprechen.

Altersentsprechend: Auch kleinere Kinder haben Fragen

Wer der glaubt, sich das Thema Aufklärung bis zur Pubertät aufheben zu können, der irrt. Bereits im Kindergarten beginnt der Nachwuchs darüber nachzudenken, woher denn nun eigentlich die Babys kommen und wieso Mädchen „dort unten“ anders aussehen als Jungen.

Damit das Kind lernt, dass die Geschlechtsteile zum Körper ebenso selbstverständlich dazugehören, wie die Beine, der Kopf oder die Arme, dürfen die Dinge auch beim Namen genannt werden.

Bestenfalls verwenden Eltern Ausdrücke wie Penis oder Scheide. Doch auch innerfamiliäre oder regionaltypische Worte können gebraucht werden.


Allerdings sollten Mütter und Väter niemals negativ behaftete Ausdrücke verwenden. Fragt ein Grundschüler, wie denn der ungeborene Bruder in den Bauch der Mama gekommen ist, so sind verständliche, altersgemäße Formulierungen angebracht.
Die Antworten müssen noch nicht sehr detailliert sein, sollten aber auch nichts weglassen. Sonst denkt das Kind, etwas Falsches oder gar Verwerfliches gefragt zu haben.

Sexualerziehung besteht nicht aus „dem“ einen Gespräch

Nicht wenigen Eltern läuft ein kalter Schauder über den Rücken, denken sie an ihre eigene Aufklärung. Vormals war es nicht unüblich, mit der Mutter oder dem Vater ein einziges, umständliches und sperriges Gespräch über Sex zu haben. Die meisten waren längst in der Pubertät als sie zur Seite genommen wurden und denken deshalb mit Grauen an diese Situation zurück.

Aufklärung hat eigentlich viel früher zu beginnen. Erfahren Kinder von Anfang an einen souveränen Umgang mit diesem Thema, haben sie weder Scheu nachzufragen, noch Probleme damit, ihren eigenen Körper zu akzeptieren.

Video: KiKa erklärt wie Kinder entstehen

Aufklärungsbilderbücher für Drei- bis Fünfjährige erläutern die anatomischen Unterschiede anschaulich. Bei Teenagern werden die Fragestellungen expliziter. Es geht um:

  • Verhütung
  • HIV
  • sexuelle Vielfalt
  • die Bedeutung bestimmter Wörter, häufig jene von Vulgärausdrücken
  • den genauen Ablauf des weiblichen Zyklus
  • die ersten, eigenen sexuellen Erlebnisse
  • sowie die Themen Liebe, Verliebtsein und Beziehungen

Da sein, aber nicht aufdringlich erläutern

Wer sich oberlehrerhaft vor der pubertierenden Tochter oder dem ebensolchen Sohn aufbaut und ihm oder ihr zeigen will, welche Verhütungsmittel aktuell auf dem Markt sind, wird mitunter eine Abfuhr erhalten.

Die Altersstufe der Zwölf- bis Sechzehnjährige mag es überhaupt nicht, ein Gesprächsthema aufgezwungen zu bekommen. Sie sprechen die Eltern in der Regel von sich aus an. Werden Fragen gestellt, gilt es sich für eine ausführliche Diskussion Zeit zu nehmen und Sachverhalte zu erklären. Weiß die Mama, der Papa etwas selbst nicht, wird gemeinsam recherchiert. Eine Wissenslücke zuzugeben kommt nämlich viel besser an als diese zu überspielen!

Vorzugsweise lassen Eltern den Nachwuchs auch wählen, an wen er oder sie sich wenden möchte. So manch einer kann mit Papa besser reden, dem anderen sind solche Anliegen gegenüber der Mutter weniger unangenehm. Häufig geben die Teens vor, dass es in ihrer Fragestellung um das Erlebnis einer Freundin oder die Erfahrungen eines Freundes gehe. Bitte stellen Sie sie nicht bloß!

Offenheit schafft Vertrauen und macht selbstbewusst

Menschen, die in ihrer Kindheit gelernt haben, dass Sexualität etwas absolut Natürliches ist, gehen als Erwachsene verantwortungsvoller mit sich und ihrem Partner beziehungsweise ihrer Partnerin um. Gerade in Sachen Verhütung und Geschlechtskrankheiten eine nicht zu unterschätzende Tatsache. Die zeitgemäße, aufgeschlossene Sexualerziehung ist die Basis hierfür.

Titelbild © istock – Szepy

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Categories: Erziehung
Michaela Lieber :Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.